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17 Sender für Digitalfunk geplant


Nachrichten von Das Gelbe Blatt
Bad Tölz - Wolfratshausen, 29.07.2010 17:09


Landrat Josef Niedermaier (l.) freut sich in seiner Eigenschaft als BRK-Kreisvorsitzender auf den Digitalfunk, den Staatssekretär Gerhard Eck in Aussicht stellt.
Von KARL BOCK, Bad Tölz - Tirol ist auch hier mal wieder schneller. Im gebirgigen Nachbarlandland ist der Digitalfunk schon seit geraumer Zeit in Betrieb. In Bayern dagegen warten Feuerwehren, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, THW und Bundespolizei noch auf eine flächendeckende Versorgung. Doch jetzt sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden, damit auch die hiesigen Behörden und Organisationen mit modernster Technik vernetzt werden können.
Im Tölzer Sparkassenforum kamen am vergangenen Montag die Landkreis-Bürgermeister und Vertreter von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um sich von Innenstaatssekretär Gerhard Eck über die Probleme beim Einführung der neuen Technik informieren zu lassen.

Wegen der besonderen Topografie des Landkreis-Südens mit 2.000 Meter hohen Bergen und den funktechnisch schwierigen Tälern, sind 17 Basisstationen vorgesehen, allein sieben davon in der Gemeinde Lenggries. Damit ist sichergestellt, so Eck, dass beispielsweise Berg- und Wasserwacht überall erreichbar sind, was angesichts von tausenden Ausflüglern an Wochenenden dringend geboten erscheint. Dabei ist gerade die Nähe zu Österreich ein Problem für den Aufbau des Funknetzes, denn von Tirol aus könnten Teil des Landkreisgebietes besser versorgt werden, wie von eigenen Standorten. Dazu muss aber erst eine (Kosten-)Vereinbarung mit dem Nachbarland getroffen werden.
Eck und seine Fachleute verwiesen darauf, dass die für den Digitalfunk notwendigen Basisstationen nicht mit den Sendemasten der Mobilfunknetzbetreiber verwechselt werden dürften. Es gehe nicht um kommerzielle Interessen, sondern um die Sicherheit der Bevölkerung. Seit Jahren gilt der bisher verwendete Analogfunk wegen seiner Störanfälligkeit und begrenzten Datenübertragung als Auslaufmodell.
Der Digitalfunk, der auch die Übertragung von Bildern ermöglicht, benötigt sogar deutlich weniger Sendemasten als der bisherige Analogfunk, dennoch ist seine Einführung teuer. 750 Millionen Euro sind im Freistaat dafür veranschlagt, die Landkreise müssen je sechs Millionen Euro pro Jahr beitragen, wobei drei Millionen Euro für die Bereitstellung der Sendeanlagen „angerechnet“ werden. Dennoch wird es, so Eck, bis 2012 oder 2013 dauern, bis die Retter in ganz Bayern „digital funken“. Im Oberland will man schneller sein, schließlich finden im kommenden Winter die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen statt.

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