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Der Schöpfung ins Herz blicken


Nachrichten von Das Gelbe Blatt
Bad Tölz - Wolfratshausen, 29.07.2010 22:00


Fotografie als Ventil, um ins Gleichgewicht und zur Ruhe zu kommen: Schwester Josefa Thusbaß liebt es die Natur festzuhalten.
Von FRANZISKA NAU, Benediktbeuern - Ein schillernder Tautropfen auf einem Blatt, ein Schmetterling, der aus einer Blüte trinkt oder der zarte Kelch einer Akelei in Nahaufnahme: Die Schönheit des Kleinen, oftmals Unscheinbaren, stehen im Zentrum der Fotografie von Schwester Josefa Thusbaß. Anlässlich ihres Abschieds als Leiterin der Schlehdorfer Realschule, zeigt die Ausstellung „Grenzenlose Fülle“ im Maierhof des Klosters Benediktbeuern nun erstmals Werke der Missionsdominikanerin der breiten Öffentlichkeit.
Die Ausstellung kam für Schwester Josefa völlig überraschend. Lehrerkollegin Eva Orkslar hat sie heimlich organisiert. „Ich freue mich riesig. Aber ich bin nicht der Mensch, der das so zeigen kann“, sagte sie bei der Vernissage.
Eine tiefe Religiosität spricht aus den Bildern der Missionsdominikanerin. Hält sie ihren Fokus auf die zarte Silhouette eines Schmetterlings oder die feinen Umrisse einer Blüte, ist es, als blicke sie der Schöpfung mitten ins Herz. Liebe zum Leben, Liebe zur Natur und tiefer Glaube, sprechen aus den Fotografien, die die Welt dem Betrachter aus einer ganz ungewohnten, nämlich viel intensiveren Perspektive zeigen. Fast scheinen sie einen aufzufordern: „Schau genauer hin, auch Du kannst das sehen! Kannst sehen, wie wunderschön die Welt um Dich herum ist!“ Aber wann tun wir das?
„In jedem kleinen Regentropfen spiegelt sich die Welt und die Ewigkeit wieder“, ist Schwester Josefa überzeugt. Betrachtet man ihre gefühlvollen Bilder, wird man stumm angesichts der immensen Geduld, die für ihre Entstehung nötig gewesen sein müssen. „Das Kleine herauszuholen, fasziniert mich. Außerdem die Frage: Was macht das Licht mit Farbe und Form. Dem bin ich nachgegangen.“ Dieses Nachgehen führte sie vor allem ins Schlehdorfer Moor. Stundenlang kann sie hier vor einer Blüte kauern in Erwartung des rechten Lichteinfalls. „Für mich ist die Fotografie ein Ventil, um ins Gleichgewicht und zur Ruhe zu kommen.“
Die Ausstellung ist bis 18. September täglich von 9 bis 17 Uhr im Mittelrisalit des Maierhofes zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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