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Bichl droht die Fusion


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Bad Tölz - Wolfratshausen, 28.10.2011 13:00


Zwei Ortsverbände im Loisachtal haben wieder eine Spitze: Stefan Schöffmann und Anton Waldherr aus Bad Heilbrunn sowie Benedikt Sepp und Stefan Rieger aus Benediktbeuern (von links) wurden nun gewählt.
Von WOLFGANG BREITWIESER, Bichl - Für den Bayerischen Bauernverband (BBV) wird es auf Ortsebene immer schwieriger, Mitglieder zu finden, die sich in Ehrenämtern engagieren. Das wurde bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung der Ortsverbände Benediktbeuern, Bichl und Bad Heilbrunn im Gasthof Luidlmühle deutlich.
Benedikt Sepp wollte eigentlich aus gesundheitlichen Gründen gar nicht mehr kandidieren, stellte sich aber dann doch wieder als Ortsobmann für Benediktbeuern zur Verfügung, „weil sich halt kein an- derer gefunden hat“, wie er selbst sagte. Hinter vorgehaltener Hand war aber auch zu vernehmen, dass man diejenigen, die für eine Kandidatur bereit gewesen wären, nicht haben wollte, weshalb sich diese schon im Vorfeld zurückgezogen hatten. Von den 35 Mitgliedern waren lediglich sieben zu der Versammlung gekommen. Die Benediktbeurer bestimmten dann noch Sebastian Rieger zum Stellvertreter und Jakob Sonner sowie den gar nicht anwesenden Josef Bacher zu Beisitzern.
Etwas einfacher gestaltete sich die Wahl für den Bad Heilbrunner Ortsverband. Stefan Schöffmann übernahm wieder den Chefposten, sein Stellvertreter wurde Anton Waldherr. Zu Beisitzern bestimmt wurden Josef Gebhard und Kilian Bauer, die beide fehlten, sich aber zur Übernahme des Postens bereit erklärt hatten. Aus Bad Heilbrunn waren von den 25 Mitgliedern auch nur acht gekommen. Schöffmann wird wahrscheinlich zudem wieder kommissarisch den Posten der Ortsbäuerin übernehmen müssen, da sich bis dato keine Frau bereit gefunden hat zu kandidieren. Die Wahl der Ortsbäuerinnen soll am 30. November erfolgen.
Ganz in die Hose ging die Wahl für Bichl. Denn von den 15 eingetragenen Mitgliedern war kein einziger erschienen, so dass auch keine neue Vorstandschaft bestimmt werden konnte. Ob demnächst ein neuer Versuch gewagt werden soll oder ob die Ortsgruppe mit Benediktbeuern fusionieren muss, steht noch nicht fest.
Der stellvertretende BBV-Kreisobmann Peter Fichtner, der die Versammlung leitete, hatte zuvor noch optimistisch von „unkompliziert über die Bühne gehenden Wahlen“ gesprochen. Ob das offen zutage getretene Desinteresse mit dem in den letzten Jahren erstarkten Bund deutscher Milchviehhalter (BdM), zu dem viele Bauern übergewechselt sind, zusammenhängt, wurde nicht diskutiert. Schöffmann sprach lediglich davon, dass man „mit bestimmten Leuten im eigenen BBV nicht immer gleicher Meinung gewesen ist“. Fichtner räumte zudem ein, dass vieles in den letzten fünf Jahren „nicht gut gelaufen ist“. Im Hinblick auf die Differenzen zwischen BBV und BdM appellierte er, gemeinsam für die Interessen der Bauern zu kämpfen. Er forderte die Landwirte zudem auf, am 18. November geschlossen am Kreisbauerntag in Königsdorf teilzunehmen, weil Bundesministerin Ilse Aigner ihr Kommen zugesagt habe.
In der Aussprache ging es dann weniger um die Bundespolitik, sondern vielmehr um örtliche Probleme wie die durch den Biogas- Boom steigenden Pachtpreise, um die Produkthaftung bei Hochwasserschäden oder die Umsetzung einer EU-Verordnung, der zufolge Tiere künftig nicht mehr angebunden werden dürfen, was die Landwirte aber vor große Probleme, weil „sich neue Freilaufställe kein kleiner Landwirt mehr leisten kann.

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