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Minister mit Motivationsschub


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Bad Tölz - Wolfratshausen, 20.01.2012 12:00

Von HEYDRUN MÜLLER, Benediktbeuern - „Das Thema zieht!“ sagte erfreut der neue bayerische Umweltminister Marcel Huber, als er in den Saal des Cafés Lugauer blickte, wo sich gut 120 Menschen drängten. Sie waren der Einladung der Kreis-CSU gefolgt und wollten hören, was der Minister zur „Energiewende in Bayern und vor Ort“ zu sagen hatte.
„Die tragischen Ereignisse in Japan haben nicht nur die Welt erschüttert, sondern auch die Politik verändert“, sagte der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber zur Einleitung. Auch wenn der deutsche Atomausstieg im Ausland teilweise belächelt werde, ist er für Bachhuber eine „große Chance für die Wirtschaft, für die Arbeitsplätze und den internationalen Wettbewerb“, die es zu nutzen gelte. Doch mit Blick auf den Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Landkreis, seien „individuelle Lösungen in jeder Region“ gefragt. Für Bachhuber empfehlen sich Einsparungen und ein Energiemix sowie Gaskraftwerke zur Gewährleistung der Grundversorgung.
Konkrete Vorstellungen dazu gab Franz Demmel: „Windräder in den Bergen sind dem Tourismus nicht förderlich“, sagte er. Demmel will die Anlagen dort platzieren, wo sie nicht stören. Er sieht in der Biomasse, Speicherseen und Speicherweihern die besten Lösungen für den Landkreis.
Minister Huber blieb es überlassen, die Parteifreunde auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und alternative Energiequellen in aller Ausführlichkeit mit ihren Vor- und Nachteilen zu schildern. Der Energie-Umbau Deutschlands innerhalb von zehn Jahren sei zwar „ein Wagnis und ein großes Unternehmen“, doch die Wissenschaft habe gesagt, dass er möglich sei. erklärte der Minister. Vertieft ging er auf die Windkraft ein, deren Potenzial von bisher 1 auf 10 Prozent erhöht werden solle. Wo derartige Standorte einen Sinn machen, werde in einem Informationswerk zusammengestellt, das den Kommunen an die Hand gegeben werden soll. Nur dort, wo es keine Schutzgebiete gibt, der Abstand zur Wohnbebauung mindestens einen Kilometer beträgt und eine gewisse Windstärke zu erwarten ist, könne mit einer Genehmigung gerechnet werden. „Doch das trifft nur auf zwei Prozent der Landesfläche zu“, versuchte Huber den Skeptikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dennoch bekam er aus dieser Ecke, genau gesagt von der Bürgerinitiative zum Schutz der Wadlhauser Gräben aus Icking, das schärfste Kontra. Melanie Suckfüll monierte, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen den Bürgern und den Belangen der Natur nicht gerecht würden. Andere sahen einen „Traditionsbruch durch die Windräder in der Landschaft“. Und ein Diskussionsteilnehmer fragte, welche Möglichkei- ten sich die Staatsregierung überlege, einen Motivationsschub in die Gemeinden zu bringen. Darauf Huber: „Ich mache Motivationsschub, indem ich hierher gekommen bin!“

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