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Ein Hauch von Oberammergau


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Bad Tölz - Wolfratshausen, 23.12.2011 12:00


„Das ist keine religiöse Passion“: Unter der Regie von Hubert Schwaighofer (links) probt die Bad Heilbrunner Laienspielgruppe in Kostümen, die man sich aus dem Originalfundus von Oberammergau erbettelt hat.
Von HEYDRUN MÜLLER, Bad Heilbrunn - Bei jedem Passionsspiel machen die Oberammergauer einen guten Schnitt – davon ist zumindest ein Dorf im Alpenvorland überzeugt, das es ihnen nachmachen will. Die religiöse Motivation steht dabei nicht an erster Stelle, vielmehr der zu erwartende Profit und Ruhm. Es knallt ganz kräftig in den Proben, wobei das Zwischenmenschliche der „großen Sache“ immer wieder ein Bein stellt.
Unter der Regie von Hubert Schwaighofer probt die Laienspielgruppe Bad Heilbrunn derzeit den Dreiakter „Passion“ von Gerhard Loew. „Das ist keine religiöse Passion“, betont Schwaighofer ausdrücklich. Im Gegenteil: Der Autor ist bekannt für seine unverblümte Deftigkeit, gescheiten Witz und Hintergründigkeit. Aus seiner Feder stammen so authentische Volksstücke wie „Egmating“, „Herent oder Drent“ oder die „Grattleroper“ nach Berthold Brecht. Loew war Hausautor für die Iberl-Bühne, inszenierte am Leutstettner Theater am Hof und schreibt seit 2004 für die Gerhard-Loew-Bühne in Holzkirchen.
Obwohl dem Stück ein gerüttelt Maß an Persiflage nicht abzusprechen ist, haben es die Heilbrunner Theaterer sehr ernst genommen, insbesondere was die Ausstattung betrifft. Auf der Bühne im Kursaal steht eine klassisch anmutende Kulisse, die Kostüme sind (erbettelte) Originalgewänder aus dem Fundus von Oberammergau, und (fast) alle Bärte sind echt. Ihren deutlichen Stempel drücken dem Stück die bewährten Darsteller des Ensembles auf, darunter Irmi Bauer, Konrad Specker, Markus Spindler, Sepp Kapfhammer, Michael März, Thomas Spindler, sowie Elisabeth Heigl und Barbara Bauer. Sie wollten einmal „etwas ganz anderes machen“, erklärt Regisseur Schwaig- hofer. Und das ist ihnen sicher gelungen. Die Zuschauer brauchen dabei auf eine vergnügliche Unterhaltung nicht zu verzichten.
Die Premiere findet am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) statt, außerdem wird am Donnerstag, 5. Januar, am Samstag, 7. Januar und am Freitag, 13. Januar gespielt. Der Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Kursaal. Karten zum Preis von 7 Euro (ermäßigt: 6 und 5 Euro) sind während der Geschäftszeiten in der Gäste-Information (Tel: 08046/323) erhältlich oder können dort reserviert werden. Im Kursaal wird während der Aufführungen bewirtet.

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