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Altersarmut steigt


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Bad Tölz - Wolfratshausen, 02.11.2011 12:00


Werden immer älter und ärmer: Die Ruheständler im Landkreis.
Von RALF FASTNER, Landkreis - Die Altersarmut im Landkreis nimmt erheblich zu. „2020 werden mehr als 710 Rentner im Landkreis auf Grundsicherung angewiesen sein.“ Das ruft das Pestel-Institut auf den Plan: „Viele Rentner werden sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können.“ Die Forderung: Der Landkreis braucht mehr bezahlbare Senioren-Wohnungen.
„Ein Großteil der älteren Menschen im Landkreis wird in den kommenden Jahren über einen Wohnungswechsel nachdenken müssen“, so die Prognose der Studie. Denn die Zahlen des in Hannover angesiedelten Pestel-Instituts sind düster. So steige etwa die Zahl der Ruheständler, die auf Grundsicherung angewiesen sind, noch in diesem Jahrzehnt dramatisch an – die Rede ist von etwa 57,5 Prozent.
Das soziale Netz werde einen Großteil der Senioren, die von Hartz IV leben, im Rentenalter auffangen müssen. „Die Altersarmut wird im Landkreis deutlich ansteigen“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. „Immer mehr Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien gehen in Rente.“ Phasen von Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen und dauerhaft geringfügigen Beschäftigungen seien dabei für sinkende Rentenbezüge verantwortlich. „Dies führt zu einer wachsenden Altersarmut.“
Das Pestel-Institut stuft die Altersarmut im Landkreis zum Jahr 2020 als „erhöht“ ein. Im Fokus der Berechnungen steht das bezahlbare Wohnen im Alter. „Wenn die Altersarmut zunimmt, dann muss über neue Wohnformen nachgedacht werden“, fordert Günther. Im Klartext: Senioren brauchen kleinere, energieeffiziente und altengerechte Wohnungen. Der Institutsmitarbeiter weiter: „Das spart Miete und Heizkosten.“ Bezahlbar seien für ältere Menschen, die alleine leben, „nur noch Wohnungsgrößen bis 40 Quadratmeter“. Laut dem Sozialexperten müsse in den kommenden Jahren in erheblichem Maße neu und umgebaut werden. Andernfalls drohe eine „graue Wohnungsnot“, sprich die „soziale Ausgrenzung der Älteren beim Wohnen“. Laut der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“, will der Großteil der Senioren möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen. „Wohnformen, die es älteren Menschen erlauben, weitgehend selbstständig im Alltag klarzukommen, machen Sinn“, sagt Günther. Häuser mit kleinen Appartements seien die ideale Lösung. „Ältere Menschen können sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Zeit verbringen“, erklärt er. „Diese Einrichtungen beugen einer Vereinsamung vor.“

Ihre Kommentare

03.11.2011 14:10, 49696 Molbergen, Hans-Jürgen Reglitzki (nicht geprüft)
Wieder einmal ein Beweis dafür, dass wir das "Bedingungslose Grundeinkommen" (BGE) in diesem unserem Sozialstaat dringend benötigen.

Grundeinkommen von rund 1.000,00 € plus Wohngeld, plus Sozialversicherung (Renten- und Arbeitslosenversicherung entfallen).

Die Rentenversicherung für die Bezieher des BGE kann entfallen, da sie auch im Rentenalter durch das BGE ein einkommen erzielen, das Altersarmut verhindert.

Die Arbeitslosenversicherung kann eigentlich auch entfallen, da der Arrbeitsmarkt sich für die Arbeitnehmer liberalisiert. Soll heissen, dass etliche sagen mir reicht das BGE. Andere aber, die ihr Häuschen, ein grossen Auto und 3 Mal im Jahr in den Urlaub fliegen wollen, gehen einem Erwerb nach. Allerdings werden durch das BGE die Löhne und Gehälter weiter steigen. Damit erreichen die, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, höhere Einkommen!

Wer sich dafür interessiert sollte mal auf folgende Internetseite gehen:

https://www.grundeinkommen.de/

Hier kann sich jeder ein Bild von der Idee und dem Nutzen des BGE machen.

Hans-Jürgen Reglitzki


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