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Angekommen im Tal


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Miesbach, 21.10.2011 12:00


Moderator Michael Pause (l.) begrüßt die Juroren des Tegernseer Bergfilm-Festivals: (v.r.) Francoise Guais (Frankreich), John Porter (USA), Ingrid Runggaldier (Südtirol), Sarah Senn-Hauser (Schweiz) und Hans-Martin Götz (Deutschland). Foto: Versen
Von INGRID VERSEN, Tegernsee – Ganz im Zeichen einer begehrten Filmstadt steht seit Mittwoch die Stadt Tegernsee, worüber sich am Eröffnungsabend im voll besetzten Barocksaal des Schlosses Bürgermeister Peter Janssen sichtlich freute. Der Rathauschef bedankte sich beim BR-Team unter Leitung von Michael Pause und Sigi Menzel, ebenso bei Andrea Händel vom DAV München. Unter der Regie von Robert Staudacher hätten sich allein 120 Mitglieder der DAV-Sektion Tegernsee ehrenamtlich für das 9. Bergfilm-Festival zur Verfügung gestellt.
Janssen erinnerte an den verstorbenen Vater des Bergfilm-Festivals, Otto Guggenbichler aus Tegernsee, dessen Sohn anwesend war, und begrüßte den 8000er-Bezwinger Christoph von Preysing. „Es ist mir eine besondere Freude, den lebenden Pionier Lothar Brandler willkommen heißen zu dürfen, der mit Kamera und Kletterseil große Karriere gemacht hat und heute im Kreise unserer Bergfilm-Familie seinen 75. Geburtstag feiert“, sagte Janssen und überreichte Brandler auf der Bühne eine Kiste Wein. Bereits in den 50er Jahren zählte Lothar Brandler zu den geschicktesten und schnellsten Felskletterern Europas. Als Filmemacher und Regisseur erhielt er bisher 22 nationale und internationale Preise.
Die Zuschauer dürfen sich heuer bis zur Abschlussmatinée am Sonntag in sechs Vorführsälen auf 96 Filme aus 16 Ländern freuen. „Es wurden im Vorverkauf bereits 3700 Eintrittskarten verkauft“, berichtete Janssen stolz. Es zeige, dass das Bergfilm-Festival im kulturellen Leben des Tegernseer Tales angekommen sei. Es ist das einzige Festival mit Filmwettbewerb in Europa. Schirmherr ist wiederum Heiner Geißler, selber begeisterter Kletterer. Das sind auch die fünf Juroren aus fünf Ländern, die anschließend von Michael Pause einzeln vorgestellt wurden.
Danach flimmerten die ersten spektakulären Filme über die Leinwand. Atemberaubende Bilder konnten die Eröffnungsbesucher beim 26-minütigen Streifen „Kurt - und die Welt“ erleben, der an den verunglückten Kletter- und Lebenskünstler Kurt Albert erinnerte. „A Sleepless Night“ hieß der Titel, der die letzten Stunden mit tödlichem Ausgang einer dramatischen Bergrettung über 20 bange Minuten beschreibt. Im 50-minütigen Hauptfilm erlebten die Besucher Ueli Steck aus der Schweiz, der als einer der weltbesten Solo-Kletterer gilt und immer bereit ist, ein kalkuliertes Risiko einzugehen, was für manchen Zuschauer aber weit über die Grenze des Erträglichen ging.
Noch bis Sonntag dauert das Bergfilm-Festival. Das gesamte Programm ist im Internet unter www.bergfilm-festival-tegern see.de zu finden.

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