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Kraftakt für die Zukunft


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Miesbach, 14.10.2011 12:00


Der Quellentempel bleibt ebenso erhalten wie die Wandelhalle mit Theater und Terrasse. Das Jodschwefelbad mitsamt Nebengebäuden wird abgerissen. Foto: ft
Von FRIDOLIN THANNER, Bad Wiessee – Das Jodschwefelbad sei „das Herz, aus dem der Ort entstanden ist“. Für Bürgermeister Peter Höß ist klar, dass seine Gemeinde Bad Wiessee nur dann wieder „zu alter Stärke“ finden kann, wenn das Bad wieder in den Mittelpunkt rückt. Und das, erklärte Höß am vergangenen Mittwoch, sei nur möglich, „wenn die Gemeinde das Heft selbst in die Hand nimmt“. Das macht sie, Bad Wiessee kauft das gesamte Jodschwefelbad-Areal für rund zwölf Millionen Euro.
Dass die Summe eine sinnvolle und rentable Investition darstellt, davon ist Höß ebenso überzeugt wie die Fraktionssprecher im Gemeinderat, die bei der Pressekonferenz im Rathaus neben Höß Platz genommen hatten. Ziel ist es, erklärte Höß, Grund für eine neue Hotelanlage an einen geeigneten Investor weiterzugeben. Dieser sollte in seine Planungen neben dem Jodschwefelbad auch den Badepark, die Spielarena und die Tennishalle mit einbeziehen. „Das Ziel ist es, den Badepark und das Jodschwefelbad mit einer Hotellösung einer guten Zukunft zuzuführen“, sagte Höß. An rund 150 neue Zimmer denkt der Rathauschef und hofft auf 150.000 zusätzliche Übernachtungen. Interessenten gebe es mehrere, machten die Gemeindevertreter klar. Auch in der Vergangenheit seien viele vorstellig geworden, jedoch vor allem Baulöwen. Die seien an möglichst massiver Bebauung interessiert gewesen, um ihren Gewinn zu maximieren. Zwei zu dem Areal gehörende Seegrundstücke wären wohl als erstes bebaut worden. Das ist dort nun tabu, ebenso wie am Badehügel. Die unter Denkmalschutz stehende Wandelhalle mit Theater und Terrasse bleibt ebenso erhalten wie der Quellentempel davor und die Wilhelmina-Quelle. Dennoch wird das rund 100.000 Quadratmeter große Grundstück ein anderes Gesicht bekommen. Das Jodschwefelbad mitsamt Nebengebäuden werden wohl weichen müssen, wie Städteplaner Eberhard von Angerer bestätigte. Für ihn ist mit dem Kauf aber das „Schreckgespenst“ Wohnbebauung vertrieben. Nun sei eine sinnvolle Entwicklung möglich, er ist ebenfalls überzeugt, dass die Gemeinde davon profitiert. Dass die Zwölf-Millionen-Investition „ein finanzieller Kraftakt“ sind, darüber sind sich die Gemeindevertreter bewusst. Doch schon beinah eine Million Euro zahlt die Gemeinde jedes Jahr für den Betrieb des Badeparks und Jodschwefelbads drauf. „Das bringen wir raus aus den Büchern“, ist Höß überzeugt.
In den kommenden Wochen wird der Rathauschef die Verträge mit den bisherigen Besitzern des Areals, einer holländischen Erbengemeinschaft, unterzeichnen. Nach spätestens zwei Jahren soll ein Investor Baugrund haben.

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