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Damit Waller Waller bleiben


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Miesbach, 09.09.2011 12:00


Bleibt die Wiese am Ortsrand von Wall eine Wiese? Der Kreisausschuss sprach sich für ein Einheimischenprojekt aus. Foto: Thanner
Von FRIDOLIN THANNER, Miesbach – Im zweiten Anlauf ist eine Entscheidung gefallen, beschlossen ist damit aber trotzdem noch nichts. Denn der Kreisausschuss sprach sich zwar am vergangenen Mittwoch mit großer Mehrheit für das geplante Einheimischenmodell der Gemeinde Warngau in Wall aus, nachdem das Gremium in der Sitzung zuvor die Abstimmung vertagt hatte. Doch das Votum ist nur eine Empfehlung für den Kreistag, der im Oktober das letzte Wort hat.
Da könnte es dann wieder ganz anders aussehen, denn dass die insgesamt bis zu 13 Einfamilienhäuser die Gemüter erhitzen, ist seit Wochen klar. Und dass die Meinungen so stark differieren wie bei wenigen anderen Projekten, ist auch zu sehen. Der Kreistag müsste der Herausnahme von 13.000 Quadratmetern Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Egartenlandschaft zustimmen, damit die Gemeinde Warngau das Einheimischenprogramm realisieren kann. Dass der Bedarf da ist, hat Bürgermeister Klaus Thurnhuber mehrfach versichert. Ihm lägen 13 schriftliche Bewerbungen vor, zudem gebe es vier mündliche Anfragen, schrieb er nochmals an die Kreisräte. Mittlerweile hat der Warngauer Gemeinderat die Pläne auch nachjustiert. Das Projekt wird in drei Phasen verwirklicht, entsprechend der tatsächlichen Bebauung.
Dass der Gemeinderat keine leichtfertigen Entscheidungen trifft, davon ist Josef Bierschneider (CSU) überzeugt. Er plädierte dafür, Warngau die „Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln“. Auch für CSU-Sprecher Josef Bichler (CSU) „ist der Stufenplan schlüssig“. Außerdem mahnte er: „Wir sind nicht die Bauleitplaner der Gemeinde Warngau.“ Den kommunalen Entscheidungsträgern müsse „ein gewisses Maß an Vertrauen“ entgegengebracht werden. Die gemeindliche Planungshoheit stellten auch Landrat Jakob Kreidl sowie Ingrid Pongratz und Josef Höß (alle CSU) in den Vordergrund.
Die viel zitierte Abwägung zwischen den Belangen des Naturschutzes und der Schaffung bezahlbaren Wohneigentums für Einheimische fällt bei Martin Walch (SPD) jedoch anders aus. Er zweifelt am Bedarf und betrachtet Wall im Zusammenhang mit Warngau. Dass die Waller Waller bleiben wollen, lässt er nicht gelten. Ein paar Kilometer umzuziehen, sei zumutbar. Es gebe genügend geeignetere Bauplätze, in Wall wäre das Projekt für ihn „ein massiver Eingriff“. Es würde Kulturlandschaft zerstört, mit der der Landkreis wirbt. Die überplante Fläche, sagte Walch, rage „geschwulstartig in die Haglandschaft“.
Wolfgang Rzehak (Grüne) sieht einen „Wurmfortsatz“, der Standort sei falsch. Ein Neubaugebiet solle dort entstehen, wo es nicht weit zum Bahnhof, zur Bundesstraße und zu Einkaufsmöglichkeiten ist, sagte er. Wie Walch stimmte auch Rzehak gegen die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet.

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