Neues Leben im alten Schloss
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Nachricht von:
Das Gelbe Blatt
Miesbach, 14.09.2011 09:00 |
 Lampl auf Leinwand: Die Valleyer Künstlerin Barbara Bertram schenkte Sixtus Lampl dieses Porträt. Von LEONHARD OBERMÜLLER, Valley – Die Burgstelle Valley zählt zu den ältesten im Lande und hat viel erlebt. Kelten und Römer hatten hier schon Stützpunkte. Das dazugehörende alte Schloss ist das älteste Profangebäude im Landkreis Miesbach. 1987 kauften Sixtus Lampl, seines Zeichens Konservator, Musikfreund und Kreisheimatpfleger, und seine Frau Inge das Gebäude von Reichsgraf Otto Arco auf Valley. Was ohne die Lampls heute eine Ruine wäre, ist mit den beiden ein Aushängeschild der Gemeinde und der gesamten Region geworden.
In Eigenarbeit errichtete das engagierte Paar das Orgelmuseum, das Besucher aus der ganzen Republik anzieht. Mit den etwa 60 Orgeln ist das Valleyer Museum das größte seiner Art weltweit. „Für Valley ist das eine super Sache“, freut sich Bürgermeister Andreas Hallmannsecker. Am Sonntag wurde ein Anbau an das Museum eröffnet. Lampl und der Bürgermeister durchtrennten das symbolische Band und gaben den Weg frei zum neuen Eingangsbereich des Museums. Hier werden nun Gäste empfangen und Führungen gestartet. Zwei Jahre haben die Bauarbeiten gedauert, das Orgelmuseum ist nun um eine Eingangshalle, ein Atrium, zwei Treppenhäuser, einen Liftschacht und neue Toiletten reicher. „Ein weiterer Mosaikstein zur Vervollständigung des Orgelmuseums ist gelegt“, strahlt Hallmannsecker. Lampl hat sich dafür finanziell ins Zeug gelegt: 600.000 Euro kostete der Anbau, getragen von Spenden und Stiftungsgeldern, hauptsächlich jedoch aus Eigenmitteln. Seine etwa 150 Gäste begrüßte der Hausherr musikalisch – kaum betraten die Interessierten in der Eingangshalle den Boden aus wertvollem Kramsacher Marmor, intonierte Lampl auf einer seiner Orgeln die Bayernhymne.
Lampl ist stolz auf seinen Anbau, der aufgrund der besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes schwierig zu gestalten war. „Wir haben es geschafft, das Äußere so fortzuführen, dass es nicht unstimmig aussieht.“ Besonders angetan hat es ihm der Lichteinfall im ersten Stock: „Die Lichtwirkung ist unglaublich. Vom Morgenlicht bis zur Abenddämmerung ist der Bau immer hell.“ Lampl führte leidenschaftlich durch sein Haus und unterhielt seine Zuhörer humorvoll mit so mancher Anekdote aus der Ortsgeschichte und Berichten, wie er mal gern, oft aber unfreiwillig Besitzer einer neuen Orgel wurde. Pläne für Erweiterungen hat er genug. „Aber wir machen immer erst dann wieder was Neues, wenn wir es finanzieren können. Schulden möchten wir nicht haben.“ Um den Bekanntheitsgrad noch weiter zu steigern, werden bald Hinweisschilder an der Autobahn folgen. Die Gäste waren begeistert vom neuen Anbau am Museum: Die Valleyer Künstlerin Barbara Bertram übereichte Lampl ein gemaltes Porträt von ihm, das er gerührt entgegennahm. Den Festakt rundete ein Konzert für Orgel und Trompete ab. |
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