Der Kaiserschmarren verschwindet
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Nachricht von:
Das Gelbe Blatt
Penzberg, 01.09.2011 18:00 |
 Da fehlt noch etwas Salz: Alex Michel (hinten) hift Felix, Ammar und Tobias (von links) beim Abschmecken der Nudelsoße. Von ALEXANDER KRAUS, Penzberg - Die Aufgaben sind klar verteilt: Zwei Jungs kochen am ersten Herd, zwei bereiten die Nachspeise zu, die anderen machen sauber und decken den Tisch. Alle helfen mit bei der Aktion „Kochen für Jungs“, die im Rahmen des Ferienprogramms im Jugendzentrum über die Bühne geht.
„Das ist die wahre Aufgabe“, betont Alex Michel und schnauft erstmal ganz tief durch. „Acht Leute um dich herum, die dauernd was brauchen“, sagt der 39-Jährige und hetzt schon wieder zum Tisch, wo gerade ein Bub einen heißen Topf ohne Untersetzer hinstellen will. „Halt, Moment, so nicht!“ Der Sozialpädagoge ist Mitarbeiter des Jugendzentrums und betreut die Jungs während der dreieinhalb Stunden, die der Kurs dauert.
Morgens um neun: Die acht Buben - sie sind alle zwischen acht und zwölf Jahre alt - treffen sich in der kleinen Küche im Jugendzentrum. Zunächst einmal werden vier Kochteams gebildet. Gemeinsam gehen die Jungs mit Alex Michel die Rezeptbücher durch und entscheiden sich letztlich für vier Gerichte, bei denen jeder Junge in diesem Alter schwach wird: Penne mit Fleischsoße, Leberkäsröllchen, Nudelpfanne und Kaiserschmarren. Die Zutaten werden notiert, und mit den Einkaufszetteln in der Hand marschieren die Nachwuchsköche rüber zum „Edeka“ und kaufen die Zutaten ein. Denn bevor der Ofen angeheizt wird, müssen erst die Einkäufe erledigt sein.
Halb eins: Hektik am Herd. „Der Kaiserschmarren wird immer weniger“, bedauert Jos und deutet mit seinem Kochlöffel auf den Topf. Das liege daran, dass der Teig mit Eischnee nach zu kräftigen Rühren zusammenfällt, erklärt Michel dem Zehnjährigen, der mit dem acht Jahre alten Mario ein Team bildet. Sebastian bereitet derweil die Leberkäsröllchen vor. Das fällt ihm nicht schwer, schließlich habe ihm seine Mutter das schon beigebracht, erklärt der Zehnjährige. Auch Josef ist bereits ein erfahrener Koch. „Hawaii-Toast, Pfannkuchen, Spaghetti und Nudeln mit Lachs“ hat der Zwölfjährige nach eigener Aussage schon zubereitet.
Schließlich sitzen alle acht Buben am gedeckten Tisch. Alex Michel nimmt am Herd letzte Änderungen vor, würzt die Gerichte nochmal nach, rührt um. Wie schmeckt die Fleischsoße? Michel probiert und verzieht das Gesicht. „Eigen“, findet er den Geschmack und drückt noch etwas Tomatenmark in den Topf. Dann beginnt das Essen mit den Leberkäsröllchen und den Nudeln. „Wird man davon satt?“, fragt ein Bub mit Blick auf den Nudeltopf.
Untereinander probieren die Jungs die Gerichte der anderen und loben sich gegenseitig. Allen schmeckt es hörbar gut. Und weil das Wetter so schön ist und ein Nachmittag beim Baden bevorsteht, sind die Buben noch besser gelaunt. Allen hat es gemundet, alle sind satt geworden, und der Kurs „Kochen für Jungs“ wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben |
 Und allen hat’s geschmeckt: Die acht Jungs und Sozialpädagoge Alex Michel beim gemeinsamen Mahl in der Küche des Jugendzentrums. | |
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