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DNA-Spuren auf der Eckbank


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Penzberg, 10.09.2011 12:00


Per Phantombild den Einbrecher gesucht: Teilnehmer der Detektivwerkstatt mit dem Sozialpädagogen Alex Michel (Mitte).
Von ALEXANDER KRAUS, Penzberg - Ihre Vorbilder heißen Columbo, Magnum, Miss Marple, Drei ??? oder TKKG: Zwölf junge Ermittler nutzten in der vergangenen Woche die Detektivwerkstatt im Penzberger Jugendzentrum, um Geheimschriften zu entschlüsseln, ihre Sinne zu schulen oder versteckte Spuren zu sichern. Die Mitarbeiter des Jugendzentrums hatten sich im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Penzberg ein spannendes Programm ausgedacht.
Ein kleines Zimmer im Penzberger Juze: Sechs Mädchen und Buben haben die Aufgabe, einen Einbruch zu klären. Was wurde entwendet? Gibt es Hinweise auf die Täter? Zuerst müssen die Nachwuchsermittler jedoch die dafür vorgesehene Kleidung anziehen. Sie ziehen sich weiße Stoffanzüge über. „Da drin schwitzt man ja!“, schimpft Valentin (8). Auch die Gummihandschuhe sind Pflicht für einen Detektiv, damit er keine Spuren verwischt. „Die Handschuhe stinken wie beim Zahnarzt“, murrt die neunjährige Elisa. Beim Betreten des Zimmers wird schon bald klar: Ein Maskottchen und ein Pokal wurden geklaut, das erkennen die Kinder, weil sie das Zimmer schon vorher sehen durften. Sie finden Zettel, Fotos, Farbreste und ein Erpresserfax, worin sie zum Zahlen des Lösegelds in Form von 100 Kugeln Eis aufgefordert werden. Kilian streift aufgeregt durch den Raum. „Leute, ich hab’ ‘ne DNA gefunden“, verkündet der Achtjährige, als er mit der Lupe auf der Eckbank Spuren findet. „Das schicken wir ins Labor“, meint Sozialpädagoge Alex Michel, der die Kinder betreut. Ganz so schnell und einfach geht es zwar in der Realität mit der Spurensicherung des menschlichen Erbguts wohl nicht, aber Michel meint am Ende zufrieden: „Die Spurensicherung hat gut gearbeitet.“ Die Kinder haben alle versteckten Hinweise gefunden, der Fall steht bereits kurz vor der Aufklärung.
Ein Zimmer weiter fertigen die Kinder die Ausrüstung für einen richtigen Detektiven. Wer einem Sherlock Holmes nacheifern will, muss bei der Detektivwerkstatt einen Koffer und ein Notfallset basteln. Johannes, acht Jahre alt, weiß auch schon, was in das Köfferchen reingehört: „Ein Block, Kreide, eine Lupe und Büroklammern.“ Derweil sichern die Spurensucher ein Kopfhaar von Juze-Mitarbeiterin Heidi Kollmannsberger. Sie wird verdächtigt, im Zimmer nebenan das Maskottchen gestohlen zu haben. Bereitwillig schneidet sich die Mitarbeiterin ein Haar ab und Tobias (9) legt es sorgfältig in eine Plastiktüte. Das Haar wird natürlich schnellstmöglich im Labor untersucht, ob es das gleiche Erbgut trägt wie das im Zimmer gefundene.
Im Rahmen der Detektivwerkstatt lernten die Kinder auch, wie Geheimschriften entziffert werden können und wie man Phantombilder anfertigt. Außerdem wurde bei einem Spiel das Gedächtnis der Mädchen und Buben trainiert. Ob die Detektivwerkstatt aber dazu beiträgt, dass die Polizei künftig vermehrten Zulauf bekommt, darf bezweifelt werden. „Kommissar will ich nicht werden. Ich werde Yachtkapitän“, ist sich zumindest der achtjährige Johannes schon mal sicher.


Wer verdächtig ist, muss Haare lassen: Die DNA-Spuren von Juze-Mitarbeiterin Heidi Kollmannsberger (2.v.r.), werden gesichert.



„Habt ihr schon ale Spuren gefunden?“ Die Spurensicherer bei der Arbeit, Sozialpädagoge Alex Michel betreut die Nachwuchs-Ermittler.










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