Eliteschule statt Baggersee
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Das Gelbe Blatt
Penzberg, 26.11.2011 12:00 |
 Stolze Preisträger: Roche zeichnete Alexandra Sichwart, Melanie Gerhardt und Erika Frescher (von links) mit dem Abschlusszertifikat von „Roche Exchange Scholars“ aus. Von ALEXANDER KRAUS, Penzberg - Drei Abiturientinnen aus Baden-Württemberg waren am Dienstag zu Gast bei Roche. Das Penzberger Unternehmen übergab den drei jungen Forscherinnen aus Pforzheim das Abschlusszertifikat des Projekts „Roche Exchange Scholars“ (RES). Im Rahmen der Bildungsinitiative verbrachten die drei Schülerinnen sieben Wochen im amerikanischen Hartsville und arbeiteten mit US-Forschern an biotechnologischen Projekten.
„Es war eine unglaubliche Erfahrung in South Carolina“, berichtet Alexandra Sichwart (19) noch ganz aufgeregt, nachdem sie mit ihren Kolleginnen vor Lehrern, Professoren, Vertretern von Roche und der Presse über ihre Arbeit in Amerika berichtet hatte. „Es ist was ganz Besonderes, an einem Forschungsprojekt mitzuwirken“, sprudelt es aus Erika Frescher heraus. Immerhin handele es sich bei der Governor School of Science and Mathematics in Hartsville, wo die drei hospitierten, um eine Eliteschule, betont die 18-Jährige. Auch die Dritte im Bunde, Melanie Gerhardt, schwärmt von der Zeit in South Carolina. Es sei reichlich zu sozialen Kontakten gekommen, sagt die 18-Jährige, sie habe sogar Volleyball gespielt. Die sieben Wochen haben das Trio so geprägt, dass Alexandra Sichwart für alle spricht: „Wir wollen später was Naturwissenschaftliches studieren.“
Mit dem Projekt unterstützt Roche den internationalen Schüleraustausch. Zur Förderung der Schulpartnerschaft zwischen Pforzheim und Hartsville waren vor dem Besuch des deutschen Trios schon im Mai und Juni drei amerikanische Schülerinnen in Deutschland und lebten bei den Familien der Austauschpartnerinnen. Die jungen US-Amerikanerinnen arbeiteten am Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Wie Roche-Sprecher Johannes Ritter erklärt, gebe es das Pro- jekt RES seit drei Jahren. Das Pforzheimer Johanna-Wittum-Gymnasium sei auf das Unternehmen zugekommen und habe angefragt, ob eine Fördermöglichkeit bestehe - und der Pharma-Konzern habe prompt ein Programm zur Unterstützung des Schüleraustauschs entwickelt.
Dass die drei Schülerinnen in South Carolina hart arbeiteten, statt ihre Ferien am Strand oder am Baggersee zu genießen, merkte man ihren Vorträgen an. Jede der drei Austauschschülerinnen, sie besuchen die K13 des schwäbischen Gymnasiums (dort gibt es kein G8), musste auch eine Arbeit schreiben. Alexandra Sichwart beschäftigte sich mit Eisenmangelerkrankungen, Melanie Gerhardts Thema waren die Inhaltsstoffe eines chinesischen Heilkrauts, und Erika Frescher analysierte den Zusammenhang von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Nachdem die Nachwuchsforscherinnen, die im Nonnenwald von ihrem Chemielehrer und dem Schulleiter begleitet wurden, mit dem Zertifikat, Blumen und Glückwünschen überschüttet waren, machte sich die Runde zu Fuß auf in eine Roche-Produktionsstätte. „Ein zweites Standbein von uns sind diagnostische Tests“, sagte Johannes Ritter und führte die Besucher in eine Anlage, in der mo- lekulare Antikörper hergestellt werden. Petra Parisot erklärte den Gästen die Arbeitsweise, wobei sich der Pforzheimer Schulleiter Jürgen Braun als besonders wissbegierig erwies.
Über die Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland berichteten die drei Austauschschülerinnen abschließend. An der Schule in Hartsville habe es abwechslungsreiches Essen gegeben. „Privat gibt es aber fast nur Fast Food“, lacht Alexandra Sichwart. Aufgefallen sei ihr, dass Schulklassen in den Staaten kleiner sind und die Kurse in Biologie und Physik gut mit Geräten ausgestattet seien. Ein weiterer Unterschied betrifft das Austauschprogramm: Die amerikanischen Gäste hätten hierzulande mit Bus und Bahn fahren müssen, „wir sind von der Schule rumgefahren worden“, so Alexandra Sichwart. |
 Anschließend führte Petra Parisot (l.) die Nachwuchsforscher durch einen Produktionsbetrieb bei Roche. | |
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