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Das Gelbe Blatt
Penzberg, 03.02.2012 12:00
Penzberg wird das erste Etappenziel der Bayern-Rundfahrt: Darüber freuen sich Stadtmanagerin Ursula Grottenthaler, Rainer Reese, Horst Hinreiner, Renate Richter, Rundfahrt-Leiter Ewald Strohmeier, Bürgermeister Hans Mummert und Robert Weitl (von links).
Von ALEXANDER KRAUS, Penzberg - Die Bayern-Rundfahrt ist das größte Etappenrennen für Radprofis in Deutschland. Am 23. und 24. Mai kommt das Peloton mit rund 130 Teilnehmern nun erstmals nach Penzberg. Die Stadt ist der Zielort der ersten Etappe, die in Traunstein startet, tags darauf geht das fünftägige Rennen von Penzberg aus weiter nach Kempten. „Penzberg ist die Königsetappe“, betonte Rundfahrt-Leiter Ewald Strohmeier bei der Vorstellung des Events im Rathaus. Der Startschuss für die Bayern-Rundfahrt fällt in Traunstein. Die 210 Kilometer lange Strecke führt über Prien am Chiemsee, Törwang, das Sudelfeld, Fischbachau und entlang der B 472 an Bad Tölz vorbei durch Bad Heilbrunn bis kurz vor Bichl und schließlich nach Penzberg. Die Profis aus 19 Teams haben in der ersten Etappe vier Sprint- und zwei Bergwertungen zu absolvieren. „Am Sudelfeld kommen die Fahrer an den höchsten Punkt der Rundfahrt“, erklärte der stellvertretende Rundfahrtleiter Tilman Rieger. Im Rahmen der Bergwertung klettern die Profis nach rund 125 kräftezehrenden Kilometern am Sudelfeld auf gut 1.100 Meter. „Wir durchqueren die schönsten Ecken Oberbayerns“, schwärmte Rieger schon mal über den ersten Rennabschnitt.
Die Bayern-Rundfahrt, die heuer zum 33. Mal ausgetragen wird, endet am Pfingstsonntag in Bamberg. Vorherige Ziele sind nach Kempten noch Treuchtlingen und Feuchtwangen, wo die Fahrer ein Zeitfahren absolvieren, an dem vermutlich auch Paralympics-Sieger Wolfgang Sacher aus Penzberg teilnehmen wird, wenn es ihm im Rahmen der Vorbereitung auf London 2012 in den Zeitplan passe, so Strohmeier.
Penzberg ist erstmals Etappenziel der Rundfahrt. Über die Bichler Straße passieren die Radrennfahrer zum Ende der ersten Etappe nach gut fünf Stunden die Tore der ehemaligen Bergwerksstadt. Dort absolviert das Feld noch dreimal einen Rundkurs. Dieser beginnt an der Ecke Bahnhof-/Karlstraße und verläuft über den Nonnenwald, vorbei an Roche bis zur Seeshaupter Straße, von dort zurück in die Innenstadt und über die Philippstraße zum Bahnhof, ehe es wieder auf die Bahnhofstraße geht. „Das ist für die Zuschauer fantastisch, da wird Stimmung aufgebaut“, ist Ewald Strohmeier überzeugt.
Dass viele Zuschauer die Straßenränder säumen, darauf hoffen auch Bürgermeister Hans Mummert und Rainer Reese von der Stadtmarketing-Genossenschaft. Die Bayern-Rundfahrt sei ein „tolle Veranstal- tung, um Penzberg über die Schranken hinaus bekannt zu machen“, sagt Reese. Das Rahmenprogramm zu dieser Großveranstal- tung beginne schon am Wochenende vorher. Dabei sollen Gewerbetreibende, Vereine, Organisationen, Schulen und Kindergärten ins Programm integriert werden. Und gerade am zweiten Tag, beim Start in Penzberg zur zweiten Etappe, sollen die Kinder für „ein bisschen Action“ sorgen und die Radsportler beim weiteren Weg der Bayern- Rundfahrt anfeuern, fordert Reese. „Nicht mit Vuvuzelas, aber mit anderen Geräuschmitteln“, fügt er hinzu.
Rathauschef Hans Mummert hofft im Mai auf ein „Spektakel“. Auf die Stadt kommen jedoch auch Kosten von gut 40.000 Euro für Übernachtung und Frühstück der Sportler und der Helfer zu. Zudem müssen die Straßen abgesperrt sein und Streckenposten bereitgestellt werden. Aber es gibt Unterstützung von der VR-Bank Penzberg, die als Sponsor der Veranstaltung entsprechend Geld bereit stellt. Untergebracht werden die Radfahrer und die Helfer in Hotels und Unterkünften in Penzberg und den umliegenden Ortschaften.
Ewald Strohmeier, seit 30 Jahren Vorsitzender der RSV Internationale Bayern-Rundfahrt, hob den familiären Charakter des Wettbewerbs hervor. „Wir sitzen am Abend beim Essen zusammen und diskutieren darüber, was wir besser machen können.“ Die Besetzung des Rennens sei „traumhaft“, hob Strohmeier hervor. Erwartet werden dabei Spitzenfahrer wie der Deutsche Linus Gerdemann und der Spanier Oscar Freire, der Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France 2008. Geraint Thomas, der Vorjahressieger der Bayern-Rundfahrt, wird dagegen heuer vermutlich nicht antreten. Er startet wohl beim Giro d’Italia, der zeitgleich stattfindet.