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Roche will Dampf haben


Nachricht von: Das Gelbe Blatt
Penzberg, 27.01.2012 12:00


Vorbild für Penzberg: Das Biomasseheizkraftwerk der Stadt Augsburg.
Von ANDRÉ LIEBE, Penzberg - Der erste Schritt zum Bau eines Biomasseheizkraftwerks im Nonnenwald ist getan: Die Roche Diagnostics GmbH hat für ihr Penzberger Werk einen Vertrag mit der in Gründung befindlichen Bioenergie Penzberg GmbH über die Belieferung von Dampf unterzeichnet. Bürgermeister Hans Mum- mert begrüßte diesen Schritt, betonte aber auch, dass für den Bau des Kraftwerks eine „möglichst breite Mehrheit in der Bevölkerung“ erforderlich sei.
Mit der Zusage von Roche im Rücken kann die Bioenergie Penzberg GmbH mit dem Projektentwickler Lutz Steinhöfel an der Spitze, nun gezielt auf die Suche nach Investoren und einem Betreiber machen. Sollte das Kraftwerk, wie derzeit geplant, im Jahr 2014 fertiggestellt sein, würde Roche für die Dauer von zehn Jahren die Hälfte des Bedarfs an Dampf von dort beziehen und somit die CO2-Emissionen um 50 Prozent reduzieren. „Wir haben uns bewusst für diesen Vertrag entschieden“, sagt Werkleiter Claus Haberda, „weil die Realisierung dieses Projekts im Einklang mit der Erreichung des Konzernziels zum erweiterten Einsatz nachhaltiger Energieträger steht.“ Dabei käme es dem Unternehmen nach Aussage des Roche-Energieexperten Josef Sturm günstiger, ein eigenes, mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk zu errichten. Diese Option könnte aber immer noch greifen, wenn das Biomasseheizkraftwerk letztlich gar nicht errichtet werden würde.
Bürgermeister Mummert sieht die Stadt nunmehr „an der Startlinie eines Prozesses, der einige Monate in Anspruch nehmen wird“. Man gehe dabei „ergebnisoffen“ in die Diskussion und werde dafür sorgen, „dass alle Fragen geklärt und beantwortet werden“. Die Stadtwerke werden dessen ungeachtet mit Steinhöfel darüber sprechen, ob ein bis zum Wellenbad reichendes Nahwärmenetz aus dem Kraftwerk versorgt werden kann und ob eine Beteiligung an dem Projekt sinnvoll erscheint. Für den Fall, dass der Bau des Kraftwerks in der Bevölkerung sehr umstritten sein sollte (wovon auszugehen ist), will Mummert in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen lassen.

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