Fritz-Bender-Baupreis für das Grüne Zentrum Holzkirchen

Biologisch überzeugend

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Die Architekten Gerhard Simson (2.v.l.) und Winfried Dederer (2.v.r.) erhielten den Fritz-Bender-Baupreis 2015 von Johanna Huber (Vorsitzende des Stiftungsrates) und Oliver Bendixen (stellvertretender Stiftungsvorstand).

Holzkirchen – Für die vorbildliche biologische Bauweise des Grünen Zentrums in Holzkirchen erhielten die Architekten Gerhard Simson und Winfried Dederer jüngst den Fritz-Bender-Baupreis 2015.

 „Hier ist spicken ausdrücklich erwünscht“, sagte Oliver Bendixen, stellvertretender Vorstand der Fritz-Bender-Stiftung, im Grünen Zentrum Holzkirchen. Das galt natürlich nicht für die Prüfungen in der dortigen Land- und Hauswirtschaftsschule, sondern für das Gebäude, für dessen Erstellung der Beratungsdienst des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) als Investor verantwortlich zeichnet. Es wurde mit dem Fritz-Bender-Baupreis 2015 ausgezeichnet. Das Fazit: spicken, respektive nachahmen, empfehlenswert. Das Grüne Zentrum überzeugte die Preisjury vor allem durch die biologische Bauweise im Sinne des Stifters. Positiv hervorgehoben wurden dabei die Umweltfreundlichkeit bei zugleich erreichter Kosteneffizienz, die Passiv-Niedrigenergiebauweise mit Minimierung von Energieverlusten, die Einrichtung einer Sole-Wärmepumpe und der Bau von Erdsonden mit achtzig Metern Tiefe, die geplante Nutzung der Sonnenenergie durch Photovoltaik, die mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die atmungsaktive, diffusionsoffene Gebäudehülle zur Raumfeuchtigkeitsregulierung, die Verwendung von natürlichen und heimischen Baumaterialien sowie das Konzept der natürlichen Belichtung und die Einbindung des Bauwerkes in die Umgebung. Dies alles konnte trotz der vielfältigen Anforderungen des mehrfunktionalen Gebäudes zusammen mit einem hohen Nachhaltigkeitsfaktor erreicht werden.

Dabei gehe die Jury davon aus, dass das Grüne Zentrum eine Vorbildfunktion habe und seine Wirkung auf die vielen Nutzer und Besucher nicht verfehlen werde, erklärte Bendixen. Zusammen mit Johanna Huber, der Vorsitzenden des Stiftungsrates, gratulierte er Architekt Gerhard Simson und BBV-Planer Winfried Dederer zu deren Leistung. Der Fritz-Bender-Baupreis, der mit 20.000 Euro dotiert ist, geht je zur Hälfte an Simson und den Bauernverband als Bauherrn. „Das ist eine große Anerkennung und ein Ansporn, dass wir in diese Richtung weiterplanen und -bauen“, fand Dederer. Er und Simson freuten sich über die gute Zusammenarbeit mit dem BBV-Beratungsdienst und der Holzbaufirma Müllerblaustein. Die Stiftung des Baumeisters und Stuckateurs Fritz Bender (1907 bis 1986) vergibt den Baupreis seit 1988. Gewürdigt wird das biologische Bauen im Hinblick auf eine Harmonisierung zwischen Mensch und bebauter Umwelt. Voraussetzung dabei: das Gebäude ist öffentlich zugänglich. Die Stiftung widmet sich zudem noch zwei weiteren Zwecken - der medizinischen Forschung und der Individualförderung von Handwerkern, die in Not geraten sind, etwa durch Krankheit.  maf

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