Viel erreicht und weiterhin viel zu tun / Anton Grafwallner fordert Zuschüsse

Barrierefrei mit Abwrackprämie

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Anton Grafwallner sieht „Licht und Schatten“ in der Behindertenpolitik im Landkreis Miesbach.

Miesbach/Landkreis – Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Miesbach, Anton Grafwallner, stellte dem Kreistag seinen Tätigkeitsbericht vor. 

Dass es das Anruf Sammeltaxi im Tegernseer Tal nicht mehr gibt, hat Anton Grafwallner vor kurzem deutlich kritisiert (wir haben berichtet). Der Behindertenbeauftragte des Landkreises verwies unter anderem darauf, wie wichtig das Angebot insbesondere für beschränkt mobile Menschen ist. Auch in anderen Bereichen sieht er Handlungsbedarf. Doch es gibt auch einige Verbesserungen im Landkreis Miesbach für Menschen mit Behinderung. Seinen Tätigkeitsbericht, den er bei der jüngsten Kreistagssitzung präsentierte, hatte er deshalb mit „Licht und Schatten“ überschrieben. Vielfältige Informationen stellt Grafwallner, der selbst im Rollstuhl sitzt, im Behindertenkompass (www.behindertenkompass. de) im Internet zur Verfügung. Die Seiten besuchten mittlerweile rund 4000 Menschen im Monat, berichtete Grafwallner. Er freut sich auch, dass in Birkenstein ein Aufzug für Menschen mit Behinderung gebaut wird. Somit haben diese bald auch Gelegenheit, das Wallfahrtskircherl nicht nur bei so genannten Rollstuhltagen zu besuchen. Lob vom Behindertenbeauftragten gab’s auch für Schliersee. Denn dort laden im Kurpark behindertengerechte Ruhebänke zu einer Rast ein. Sie sind so platziert, dass zwischen zwei Bänken Platz ist für Rollstühle, Kinderwagen oder Rollatoren. Inzwischen, sagte Grafwallner, gebe es im Landkreis auch etwa 40 behindertengerechte Toiletten mit Euroschloss. Einigen Handlungsbedarf sieht Grafwallner aber im Tourismus. Zwar seien etwa 120 Gaststätten und Restaurants ebenerdig auch mit Rollstuhl zugänglich. Doch „was fehlt, sind barrierefreie Zimmer in Hotels und Ferienwohnungen“, sagte Grafwallner. Außerdem forderte er eine Halbierung der Kurtaxe für Menschen mit Behinderung. Nicht nur an Gäste mit Behinderung denkt Grafwallner, wenn er vom Bauen und von Modernisierung spricht und sich Zuschüsse von der Staatsregierung wünscht. Auch beim Wohnraum für Einheimische mit Behinderung gebe es ein Defizit. „Zwischen Plan und Bauausführung hapert’s gewaltig“, betonte Grafwallner. Zudem plädierte er für eine „Abwrackprämie“ für nicht behindertengerechte Wohnungen. Kritik gab’s auch für die RVO-Fahrpläne, die viel zu klein und deshalb kaum lesbar seien. Die Anbindung zum Krankenhaus sei zudem verbesserungswürdig. Ein großes Anliegen ist Grafwallner auch die Inklusion. Schon im Kindergarten und in Grundschulen müsse es entsprechende Angebote geben, um auffälligen Kindern geeignete Hilfestellungen bieten zu können. Dafür, sagte Grafwallner, seien in den Einrichtungen Heilpädagogen nötig. Denn wenn die Kinder in ihren Heimatorten zum Unterricht kommen können, sei dies viel besser, als wenn sie auf eine Förderschule wechseln müssen. Das größte Problem, machte Grafwallner klar, sei der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule. Insgesamt, sagte Grafwallner, „haben wir viel erreicht“, und bedankte sich für die Unterstützung. „Aber es gibt noch viel zu tun“, machte er zugleich deutlich. Etwas Hilfe könnte er dabei gut gebrauchen. So sucht Grafwallner einen pensionierten Juristen als Berater. ft

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