Chic und charmant

Renault Clio als Fünftürer: Der Franzose beweist Größe im kleinen Format

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Der Renault Clio macht ganz schön was her und kann auch im Innenraum überzeugen.

Vom Renault Clio läuft inzwischen die fünfte Generation vom Band. Auch eine fünftürige Variante des Kleinwagens ist nun erhältlich - wir haben sie getestet.

  • Der Renault Clio läuft seit drei Jahrzehnten vom Band.
  • Der kleine Franzose sieht schick aus, hat kein Gramm zu viel auf den Hüften.
  • Von wegen City-Flitzer: Der Clio macht auch auf der Langstrecke eine gute Figur

Die Pointe sitzt: Den neuen Renault* Clio, dessen fünfte Generation seit vergangenem Frühjahr vom Band läuft, gibt es nur in einer fünftürigen Version.

Die Renault-Designer bedienten sich aber eines – freilich nicht ganz neuen – Tricks, um dem kleinen Franzosen trotzdem eine Coupé-artige Anmutung zu verleihen: Sie verlegten die hinteren Türgriffe nach oben in die Blenden der C-Säule und tarnten sie derart geschickt, dass unbedarfte Mitfahrer zunächst versucht sind, vorn einzusteigen, weil sie die hinteren Türen gar nicht als solche erkennen.

Pfiffig war er ja schon immer, der kleine Franzose, der nun auch zum Designerstück taugt. Dynamisch und wohl proportioniert wirkt der Renault* Clio, kein Gramm zu viel hat er auf den Hüften, muskulöse Flanken, eine Hinteransicht, die anerkennende Blicke und Kommentare erntet.

Viel Chic und Charme im Innenraum des Renault Clio

Der Innenraum hält, was das attraktive Äußere verspricht. Geschmackvoll kombinierte Materialien, schicke Polsterstoffe, Softtouch-Oberflächen, dazwischen Metallapplikationen, die einen Hauch von Hightech verströmen. Und das alles scheint sehr ordentlich verarbeitet.

Der Touchscreen ragt hochkant aus dem Armaturenbrett und ähnelt einer Smartphone-Oberfläche, auf der gewischt und getippt wird – mit allen Vor- und Nachteilen, die diese Art der Bedienung mit sich bringt. Die Menüs des Infotainmentsystems sind übersichtlich und dank großer Symbole sehr gut gekennzeichnet. Einige Funktionen sind allerdings gut versteckt.

Tippen und wischen: Das Infotainment-System lässt sich wie ein Smartphone bedienen.

Ob es am Bluetooth-Streaming lag? Das System in unserem Testwagen lief leider nicht stabil. Die Software verabschiedete sich regelmäßig kurze Zeit nach Fahrtbeginn, was nicht unbedingt vertrauensbildend wirkt.

Lesen Sie auch: Sind verschneite Verkehrsschilder eigentlich noch gültig?

Der Renault Clio hat Digitalanzeige und Assistenzsysteme an Bord

In der von uns gefahrenen Topausstattung bündelt eine zentrale Digitalanzeige wichtige Informationen. Dazu gehören auch die Anzeigen serienmäßiger Assistenzsysteme wie adaptive Geschwindigkeitsregelung und Spurhalteassistent, der erfreulicherweise über einen separaten Schalter bedient wird. Den Monitor flankieren großzügige Anzeigen für Motortemperatur und Tankinhalt. Das Lenkrad mit dem Bediensatellit wirkt indes etwas überfrachtet.

Der Clio ist grundsolide. Die Sitze vorn sind sehr bequem und bieten guten Seitenhalt. Der Zustieg in Reihe zwei ist dank großer Türausschnitte überraschend problemlos, allerdings reicht die Kopffreiheit im Fond nur für Personen bis etwa 1,85 Meter Körpergröße. Das Gepäckabteil ist ausreichend groß und zeitgemäß flexibel: Der verstellbare Ladeboden lässt sich schräg aufstellen, um beispielsweise Einkaufstaschen zu fixieren.

Die asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen ergeben nach dem Umlegen eine leicht ansteigende Ladefläche. Die Heckklappe öffnet weit nach oben, und der Kofferraumausschnitt ist erfreulich breit. Allein die fummelige Kofferraumabdeckung stört. Und leider fordert das Karosseriedesign seinen Tribut, denn die Rundumsicht lässt auch bei dem schicken Franzosen zu wünschen übrig.

Renault Clio: Drehfreudiger Motor harmoniert gut mit dem Doppelkupplungsgetriebe

Der Renault Clio hat sich längst vom Nimbus des Stadtwagens befreit und macht auch auf der Langstrecke eine gute Figur. Dazu tragen eine komfortable Federung, geringe Geräuschentwicklung und ein drehfreudiger Motor bei, der gut mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe harmoniert und nur bei voller Beladung angestrengt wirkt. Im Alltagsbetrieb benötigte der Fronttriebler 7,2 Liter auf 100 Kilometer.

Eigentlich schade, dass den Kleinwagen von vielen Herstellern keine große Zukunft vorhergesagt wird. Sie haben heute einen hohen technischen Standard erreicht, bieten ausgezeichneten Komfort und sind noch dazu einigermaßen sparsam. Der Clio ist das beste Beispiel: Mehr Auto muss nicht sein.

Technische Daten - Renault Clio TCe 130 EDC GPF:

Zylinder/Anordnung:

4/Reihe

Hubraum:

1333 ccm

Leistung:

96 kW/130 PS bei 5.000 U/min

Drehmoment:

240 Nm bei 5.000 U/Min

0-100 km/h:

9,0 s

Höchstgeschwindigkeit:

200 km/h

Verbrauch:

5,5 l / 100 km

CO2-Emission:

126 g/km

Effizienzklasse:

B/C

Länge/Breite:

4050/1988 mm

Kofferraum:

340 - 1096 Liter

Leergewicht:

1248 kg

Gesamtgewicht:

1673 kg

Preis:

ab 21.090 Euro

Typklassen:

HP 18 / VK 21 / TK 21

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Carsten Müller

So viel kosten Sie die zehn größten Verkehrssünden

1. Parken in der Feuerwehranfahrtszone
1. Parken in der Feuerwehranfahrtszone © ADAC Motorwelt
2. Spurwechsel oder abbiegen ohne zu Blinken
2. Spurwechsel oder abbiegen ohne zu Blinken © ADAC Motorwelt
3. Reißverschluss: Zu früh an Engstellen einfädeln
3. Reißverschluss: Zu früh an Engstellen einfädeln © ADAC Motorwelt
4. Bei schlechtem Wetter mit Nebelschlussleuchte fahren
4. Bei schlechtem Wetter mit Nebelschlussleuchte fahren © ADAC Motorwelt
5. Gute Sicht, freie Straße: Am Stoppschild nicht anhalten
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7. Auf Parkplätzen immer auf die Regel "rechts vor links" vertrauen
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9. Ein Abblendlicht defekt: Erst mal weiterfahren
9. Ein Abblendlicht defekt: Erst mal weiterfahren © ADAC Motorwelt
10. Musik im Auto voll aufdrehen
10. Musik im Auto voll aufdrehen © ADAC Motorwelt
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