Ford Puma bis Porsche Taycan

Die sieben wichtigsten Autos der IAA - Diese Modelle machen schwach

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Traumautos auf der IAA: Zu den Highlights 2019 zählt ohne Frage der Porsche Taycan.

Mit Vollgas in die Zukunft - allerdings elektrisch. So lautet der Megatrend auf der IAA in Frankfurt heuer. Wir haben die sieben wichtigsten Modelle unter die Lupe genommen.

1. Der Volkswagen ID 3

Wenn einer den Durchbruch zur breiten Akzeptanz von Elektro-Autos schafft, dann er: Der neue ID 3 von Volkswagen. Nach Käfer und Golf soll der reinrasige Stromer das nächste Volksauto werden. Und die Vorzeichen stehen nicht schlecht. Mit einem Preis von unter 30.000 Euro soll die Einstiegsvariante immerhin eine Reichweite von 330 Kilometern emissionsfrei schaffen. So geräumig wie ein Passat, so viel Kofferraum wie ein Golf. Auf diese Formel bringt VW die Dimensionen des ID 3. Weniger (Verbrenner-)Technik ist gleich mehr Platz – lautet die Formel dahinter. Bei der Sitzprobe merkt man schon: Das ist nicht nur ein hohles Marketing-Versprechen. Fahrer und Beifahrer fühlen sich in der Tat wie auf dem heimischen Sofa. Superbequem, mit ausgestreckten Beinen. Und auch das Ambiente passt zur Wellness-Atmosphäre im Volkswagen.

Zwischen den Lenkradspeichen blickt man auf einen kleinen Bildschirm, der die wichtigsten Informationen wie Reichweite und Geschwindigkeit anzeigt. Die (digitale) Musik spielt jedoch auf dem großen und mit Berührungen steuerbaren Displays im Zentrum des Armaturenbretts. Und der ID 3 spricht sogar mit seinem Besitzer. Per Lichtzeichen. Das LED-Band an der Unterkante der Frontscheibe sendet Signale zur Begrüßung oder warnt den Autofahrer in gefährlichen Situationen. Unser Resümée: Der ID 3 ist tatsächlich der große Wurf geworden, den VW angekündigt hatte. Ein Auto für die Zukunft. Das sieht man dem ID 3 auch an. Der knuffige E-Kumpel hat ein freundliches Gesicht bekommen, so wie damals der Käfer. Und der hat ja ganze Generationen bewegt.

2. Der Honda e

Mindestens so freundlich wie der ID 3 blickt der Honda e in die Weltgeschichte. Er hat ein richtiges Manga-Gesicht mit freundlichen Kulleraugen. Innen drin herrscht eine Atmosphäre wie in einer schwedischen Hütte. Skandinavische Design mit viel Holz. Übersichtlich und extrem aufgeräumt. Unsere Sympathien hat er ja, er elektrische Honda. Aber er ist schon ziemlich klein und kostet dafür relativ viel Geld. Knapp 34.000 Euro für die Basismotorisierung mit 136 PS. Natürlich abzüglich der diversen Prämien. Womit man knapp unter 30.000 Euro landet. Apropos Landen: Nach 220 Kilometern ist der Akku am Ende. Voll unter Strom stehen die Zellen zwar schon wieder nach knapp 30 Minuten. Aber nicht an der 230-Volt-Steckdose, sondern an der Schnelladesäule. Wir meinen: Der kleine Japaner mit dem Mondgesicht ist zu süß, um wahr zu sein, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Da ist der ID 3 von VW besser und genauso günstig. Und knuffig sowieso.

3. Der Ford Puma

Wenn man den schicksten Kleinwagen der IAA küren müsste: Der neue Ford Puma wäre unsere Nummer eins. Er fällt zwar unter die Kategorie SUV, ist aber eigentlich nur ein höher gelegter Ford Fiesta. Allerdings in einem knackigen Blechkleid. Der Puma kommt Anfang 2020 auf den Markt. Für rund 23.000 Euro bekommt man einen 1,0-Liter-Motor als Hybrid-Variante. Das heißt: Ein riemengetriebener Startergenerator (RSG) unterstützt elektrisch beim Anfahren und Beschleunigen. Spart Benzin und schont die Umwelt. Neben dem frechen Design hat der Puma aber noch zwei höchst praktische Gimmicks an Bord, die man so nicht kennt. Der Clou sind die abnehmbaren und waschbaren Sitzbezüge, über die so manche Mama glücklich sein dürfte. Und modebewusste Menschen können ihr Auto mit neuen und andersfarbigen Bezügen immer wieder aufpimpen. Ebenfalls alltagsfreundlich ist die unter dem Kofferraumboden montierte Mega-Box. Eine abwaschbare 80 Liter große Mulde für alles was Dreck macht. Unsere Meinung: Vernünftig, praktisch, schick: Ein Puma auf dem Sprung zum umweltbewussten Verbraucher.

Video: PULS 24 Expertentalk zu den Highlights der Automesse „IAA“

4. Der Byton M-Byte

Das passiert, wenn man ehemalige BMW-Ingenieure, Tesla-Techniker und Digital Natives von Apple und Google ein Auto konstruieren lässt. Heraus kommt ein Raumschiff mit einem Display so groß, dass die NASA in Cape Canaveral erst neidisch wird und dann erblasst. Der M-Byte des neuen chinesischen Herstellers Byton steht jetzt als Serienfahrzeug auf der IAA nachdem es als Studie bei der CES 2018 gezeigt wurde. Warum wir das erwähnen? Bewusst wurde damals die größte Digitalmesse der Welt als Premieren-Ort gewählt, um zu zeigen, dass die Zukunft der Autos nicht mehr ausschließlich unter der Motorhaube stattfindet, sondern auf dem Armaturenbrett. Mit einer Diagonale von 48 Zoll streckt sich der leicht gebogene Bildschirm entlang der ganzen Fahrzeugbreite. Digitales Leinwandkino für alle Informationen und Bedürfnisse von Fahrer und Beifahrer. Gesteuert wird er mit zwei Tablets. Das für den Fahrzeuglenker ist ganz praktisch im Lenkrad integriert. Ein zweites für den Beifahrer befindet sich in der Mittelkonsole.

Kommunikation ist alles – auch nach außen. Wenn das autonome Fahren erstmal soweit ist, muss sich ein Auto ja auch mit der Umwelt verständigen können. Einem Fußgänger etwa signalisieren, dass er gesehen wurde. Auch darauf ist der M-Byte vorbereitet. Sogenannte smart surfaces an Front und Heck können dann Lichtsignale aussenden. Ach ja! Fahren kann der M-Byte ebenfalls. Natürlich klimaneutral, wenn man entsprechend grünen Strom einkauft. In zwei Varianten soll es das chinesische Raumschiff mit dem europäischen Design geben: Einmal mit 272 PS und in der stärksten Version mit 408 PS. Und auch beim Preis will man – nicht nur Tesla – angreifen: Mit 54.000 Euro bekommt man zwar nur die etwas schwächere Ausführung mit der 72-kWh-Batterie. Damit soll man aber immerhin 360 Kilometer weit kommen. Wir sagen: Der M-Byte ist Bit für Bit fit für die Zukunft.

5. Der Porsche Taycan

Wow! Wenn Porsche etwas anpackt, dann richtig. Der Taycan ist ein echter Sportwagen. Durch und durch – nur halt elektro. Vom Design erinnert er zwar entfernt an die Haus-Ikone des zivilen Motorsports, den 911er. Da sind zum Beispiel die Kanonenrohre erinnernden vorderen Kotflügel und das dickbackige Hinterteil mit der hohen Schulter. Aber insgesamt wirkt der Taycan breiter und erwachsener als der 911. Technisch sowieso. Denn hier haben die Ingenieure lauter Leckerbissen eingebaut. Angetrieben wird der Taycan gleich von zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse. Dadurch verfügt er über einen Allradantrieb, allerdings über einen voll variablen, weil die Power nicht nur von hinten nach vorne verschiebbar ist, sondern sogar auf den jeweiligen Achsen. Das bringt dem Porsche ein Maximum an Kurven-Agilität. Die Motoren beziehen ihre Kraft aus einer 93,4 kWh großen Batterie. Abgerufen werden je nach Modell 680 PS oder 761 PS in der Spitze. Mit Turbo und Turbo S bleiben die Zuffenhausener dabei bei ihrer Haus-Nomenklatur, obwohl es ja keinen Turbo mehr gibt.

Beschleunigt wird beim „kleineren“ Taycan in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 mit 850 Nm Drehmoment, der große Bruder schafft das in 2,8 Sekunden und bietet 1050 Nm Drehmoment. Und die Reichweite? Sie liegt natürlich abhängig von Fahrweise, Gelände und Temperaturen bei rund 400 Kilometern. An einem Schnellader kann der Taycan in 22,5 Minuten auf 80 Prozent der Leistung gebracht werden. So viel Technik und Design haben natürlich ihren Preis. Ab rund 150.000 Euro werden für den Kleinen fällig, beim Großen muss man schon 185.00 Euro auf den Tisch legen. Nichtsdestotrotz: Rund 30.000 Vorbestellungen haben die Sportwagenbauer schon. Zum Vergleich: Vom 911er wurden im vergangenen Jahr insgesamt 35.000 Autos verkauft. Unser Fazit: Tesla muss sich warm anziehen, denn Porsche ist mit dem Taycan nicht nur auf der Überholspur, sondern schon wieder eingeschert. Vor dem Tesla.

6. Der Mercedes GLE hybrid

Die Vorbehalte gegen E-Autos sind hierzulande groß. 64 Prozent lehnen Stromer ab. Aus verschiedenen Gründen: Für fast ein Drittel der Deutschen ist laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY die geringe Reichweite der größte Hemmschuh. 27 Prozent gaben den hohen Kaufpreis an, 13 Prozent das schlechte Lade-Netz und 11 Prozent die zu langen Ladezeiten. Aber den Skeptikern kann geholfen werden. Sogenannte Plug-In-Hybride (PHEV) also halb Verbrenner halb E-Auto, könnten die Lösung für (fast) alle Probleme sein. Vor allem wenn es Autos der neuen Generation sind. Einen Riesensprung bei den Reichweiten hat jetzt Mercedes geschafft. Der neue Hybrid-GLE 350 de packt 100 Kilometer elektrisch, der GLC 300 e bis zu 50 und die elektrifizierte Kompaktklasse (A und B) soll bis zu 70 Kilometer ohne Emissionen auskommen. Alle Modelle funktionieren dabei nach dem gleichen Prinzip. Sie werden von einem Verbrenner angetrieben und von einem E-Motor, der zwischen Getriebe und dem herkömmlichen Aggregat eingebaut ist, unterstützt.

Lesen Sie auch: IAA in Frankfurt: So grün wird die Zukunft von Mercedes.

Damit ist aber schon Schluss mit den Parallelen. Denn der GLE läuft mit einem Diesel, im GLC pocht ein Benziner, ebenso wie in der elektrifizierten A-Klasse. Mit diesen motorisierten Zwitterwesen lassen sich Verbräuche zwischen ein und zwei Liter realisieren, vorausgesetzt die Batterie ist immer frisch aufgeladen. Mit 70 bzw. 100 Kilometer rein elektrischer Reichweite lassen sich aber die meisten Fahrten von und zur Arbeit oder Einkäufe erledigen. Wer dann tatsächlich einmal im Jahr in Richtung Süden aufbricht, der hat ja immer noch den Verbrenner, den man auftanken kann. Neben der Reichweite haben die Mercedes-Ingenieure auch die rein elektrisch mögliche Höchstgeschwindigkeit verbessert. Beim GLE geht es bis Tempo 160 beim GLC immerhin bis 130 und in der Kompaktklasse bis 140. Auch das ist völlig ausreichend für den reinen Alltagsbetrieb. Unsere Meinung: Mercedes macht den Hybrid salonfähig. Auch beim Preis. Die elektrifizierte A-Klasse kostet genau so viel wie die herkömmlichen Autos. So muss es sein.

7. Der Land Rover Defender

Was soll man dazu sagen? Jetzt bloß keinen Brexit! Denn dann wird der ohnehin schon teure neue Landy, wie Fans ihren Land Rover Defender liebevoll nennen, noch teurer. Weil dann ja noch der Zoll draufkommt. Wäre echt schade. Denn vom Design her ist der neu Landy eine echte Wucht. Aber erst zum Preis. Ab 50.000 Euro kostet die Kurzversion, der vom Radstand längere Defender 110 schägt mit 5000 Euro mehr zu Buche. Dafür bekommt man einen wirklich gut und mehr als ungewöhnlich aussehenden Geländewagen, der – wir schätzen mal – ebenfalls so eine Stil-Ikone wird wie der alte Defender. Der wurde nahezu baugleich von 1948 bis 2016 hergestellt bis er technisch in der damaligen Form einfach nicht mehr auf die Höhe der Zeit zu bringen war. Kullerauge trifft Kante.

So lässt sich das Design beschreiben. Wuchtig, aber freundlich. Die Front steht aufrecht im Wind, die Windschutzscheibe ragt steil nach oben und auch das Reserverad hängt noch immer hinten dran. Nicht zeitgemäß, weil es den Blick nach hinten behindert? Kein Problem, per Knopfdruck kann man eine reserveradfreie Sicht nach hinten auf das Display zaubern. Die Kamera dazu sitzt auf der Dachantenne. Nur bei den Antrieben ist der neue Landy nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Zwar soll es eine Hybrid-Variante geben, aber noch setzt man auf Diesel- und Benzin-Verbrenner. Unser Fazit: Echte Abenteurer fahren dorthin, wo es keine Steckdosen gibt.

Weiterlesen: Biowaffen-Schutz und Espresso-Maschine: die verrücktesten Sonderausstattungen.

Rudolf Bögel 

IAA 2019 - die Highlights der Messe: Jetzt wird's elektrisch bei Porsche & Co.

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