Bei Kiefersfelden

Blockabfertigung in den Pfingstferien sorgt für  Stau auf bayerischer Seite

Ferien - und Stau: Gerade auf der Strecke von Deutschland über den Brenner nach Italien sorgen die umstrittenen Blockabfertigungen der Österreicher für zusätzliche Behinderungen.

Kiefersfelden - In den Pfingstferien Richtung Italien - Lastwagenfahrer sind damit in diesem Jahr gar nicht glücklich. Sieben Mal in den zwei Ferienwochen hat Tirol seine umstrittenen Blockabfertigungen angekündigt. Ab 5.00 Uhr lassen die Österreicher dann nur 250 Trucks pro Stunde passieren, um die viel befahrene Strecke zum Brenner zu entlasten. Auf bayerischer Seite stauen sich die Lastwagen dann regelmäßig über viele Kilometer. Am Montag wuchs der Lkw-Stau am Grenzübergang bei Kiefersfelden morgens rasch auf zwölf Kilometer an. Es war die vierte Blockabfertigung in den Pfingstferien.

Die deutsche Seite lehnt die Maßnahme ab. Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte das Vorgehen zuletzt als überzogen kritisiert. Beim nächsten Brennergipfel am 12. Juni in Bozen wollen die betroffenen Länder und Regionen erneut nach Lösungen suchen, um das wachsende Verkehrsaufkommen im Alpentransit zu bewältigen.

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Am Montag blieben größere Behinderungen aus. Bereits ab 8.30 Uhr hatten die Lastwagen wieder freie Fahrt. „Es war nicht dramatisch“, sagte der Einsatzleiter des Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim, Christian Meyer. An manchen Tagen hatten sich die Lastwagen allerdings bis zum Inntaldreieck und auf die Autobahn A8 gestaut - und damit gelegentlich teils auch den sonstigen Verkehr behindert. Zuletzt gab es am vergangenen Donnerstag auf der A8 in Richtung Salzburg einen Rückstau von fünf Kilometern.

Polizeibeamte halten bei Blockabfertigungen die Aus- und Einfahrten zur Autobahn frei und überwachen das Überholverbot für Lastwagen - damit Personenwagen auf der linken Spur möglichst freie Fahrt haben. „Das klappt relativ gut“, sagte ein Sprecher des Verkehrslagedienstes der Polizei in Rosenheim.

Vor allem die Lastwagenfahrer sind sauer über die Blockabfertigungen. „Ich verliere Fahrtzeit - und ich verliere Ruhezeit“, sagt Agostino Di Saldo, der regelmäßig zwischen Deutschland und Italien unterwegs ist. Zwei Stunden habe er kürzlich warten müssen - ungenutzte Zeit. Für den italienischen Kraftfahrer ist die Maßnahme unsinnig: Der Verkehr werde damit nicht weniger, nun werde auch noch künstlich ein Stau provoziert - und schließlich habe er für die Strecke bezahlt. Manche Lastwagen weichen aus - auf die Landstraßen. Er fahre an Blockabfertigungstagen schon mal über den Urlaubsort Reit im Winkl Richtung Österreich, sagt ein anderer Lastwagenfahrer.

Auch für diesen Dienstag, Mittwoch und Freitag sind weitere Blockabfertigungen angekündigt. Heimkehrende Urlauber werden aber eher wegen der Grenzkontrollen steckenblieben: Bei Kiefersfelden, am Walserberg und auch bei Passau müssen Heimkehrer bei der Einreise mit Wartezeiten rechnen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Josef Reisner

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