Umweltministerin zieht Konsequenzen

Bürger sollen mitreden: Neues Auswahlverfahren für Landesgartenschau

Erlangen – Nach Traunstein haben auch die Bürger von Erlangen gegen die Landesgartenschau gestimmt. Umweltministerin Ulrike Scharf zieht nun Konsequenzen: Künftig sollen Bewerber-Städte die Bürger mehr mit einbeziehen.

„Ich werde dem Ministerrat Vorschläge für ein neues Verfahren bei der Bewerbung für Gartenschauen vorlegen, bei denen eine intensive Bürgerbeteiligung wesentliches Bewertungskriterium sein wird“, sagte Scharf laut Mitteilung vom Montag.

In Erlangen hatten sich am Sonntag knapp 70 Prozent gegen die Austragung der Landesgartenschau im Jahr 2024 ausgesprochen. Im vergangenen Jahr hatten schon die Bürger von Traunstein gegen die Landesgartenschau 2022 in ihrer Stadt gestimmt – es war das erste Mal in der 36-jährigen Geschichte der weiß-blauen Gartenschauen, dass die Bevölkerung die Veranstaltung verhindert hat. Nach der Absage der Veranstaltung in Traunstein wurde auch in Erding diskutiert, ob die Stadt in die Bresche springen solle. Im oberbayerischen Kurort Bad Reichenhall wird ebenfalls um die Bewerbung zur Landesgartenschau 2022 gestritten.

Wie ein Sprecher von Scharfs Ministerium erläuterte, ist geplant, die Bürgerbeteiligung in den Konzepten, mit denen sich Städte für die Landesgartenschau bewerben, stärker als bisher zu gewichten. Die Landesgartenschau 2024 werde nun neu ausgeschrieben. „Auch dafür sollen die neuen Kriterien bereits gelten“, sagte der Sprecher.

Vorlauf von sieben Jahren optimal

„Die Ablehnung in Erlangen ist kein Beinbruch“, meinte der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen, Roland Albert. „Aber für die Stadt, die ersatzweise zum Zuge kommt, ist es schade, weil sie weniger Vorbereitungszeit haben wird.“ Üblicherweise sei ein Vorlauf von sieben Jahren optimal. Die Entscheidung über den neuen Ort werde voraussichtlich erst 2018 fallen, meinte Albert, der auch Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes ist.

Alberts Gesellschaft ist für die Organisation der Bayerischen Landesgartenschauen zuständig, sie unterstützt die Städte dabei auch mit Rat und Tat. „Die eine Stadt nutzt unser Know-how stärker, die andere etwas weniger –Erlangen zählte eher zu letzterer Kategorie.“

LGS 2018 in Würzburg

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Entscheids: „Weite Teile des Stadtrats haben die Landesgartenschau als Chance gesehen, einen mutigen Impuls im Norden der Stadt zu setzen. Die Bürgerinnen und Bürger hat das nicht überzeugt.“ Im kommenden Jahr findet die Landesgartenschau in Würzburg statt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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