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Personalnot wegen Corona: Bayerischen Unternehmen gehen wegen Omikron die Mitarbeiter aus

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Von: Thomas Eldersch

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Viele Betriebe in Bayern kämpfen mit Personalnot aufgrund der andauernden Omikron-Welle. Das bestätigte jetzt auch eine Umfrage der IHK Würzburg-Schweinfurt.

Würzburg/Schweinfurt - Fast jedes Unternehmen in Unterfranken kämpft mit Personalausfällen aufgrund der aktuellen Omikron-Welle. Das ergab eine Umfrage unter Betrieben in der Region durch die IHK Würzburg-Schweinfurt*. Die Situation dürfte sich im restlichen Freistaat ähnlich darstellen.

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IHK-Umfrage: Neun von zehn Betrieben sind von Personalausfällen betroffen

Eine Blitzumfrage der IHK Würzburg-Schweinfurt unter 480 Firmen (rund ein Viertel davon hatte geantwortet) ergab jetzt, dass es bei 90 Prozent der befragten Betriebe in der Mainfrankenregion zu Personalausfällen gekommen ist. Somit gibt es in neun von zehn Betrieben Corona-Infektionen oder Quarantänefälle. Nur zehn Prozent der Unternehmen sind im Augenblick noch coronafrei. Weiter ergab die Umfrage, dass bei so gut wie jedem zweiten Betrieb bis zu 25 Prozent des Personals betroffen ist. Bei fünf Prozent der Firmen fallen sogar bis zu 50 Prozent der Mitarbeiter coronabedingt aus. Die restlichen Unternehmen melden eine Ausfallquote von rund zehn Prozent der Belegschaft.

Weiter ergab die Umfrage, dass in acht von zehn Betrieben, die verbliebenen Mitarbeiter gezwungen sind, Mehrarbeit zu leisten. Dennoch müssen bei jeder zweiten Firma Aufträge verschoben werden. Auf die Corona-Ausfälle reagieren die befragten Unternehmen stark unterschiedlich. In 14 Prozent der Fälle wurden Mitarbeiter von anderen Standorten in die betroffenen Filialen versetzt. In jeweils zwölf Prozent der Fälle wurden Öffnungszeiten angepasst oder Aushilfs- und Leiharbeiter eingestellt. Bei acht Prozent der betroffenen Firmen wurden Aufträge sogar storniert, da das Personal fehlte. Ganze Betriebsschließungen bleiben aber eine Ausnahme, so die IHK weiter.

Die Unternehmen in der Mainfrankenregion kämpfen auch mit externen Problemen. So sind viele Gesundheitsämter überlastet und teilweise würden sich Kunden bereits beschweren. Aufträge verzögern sich und die Corona-Maßnahmen und -Ausfälle ziehen einen großen Organisationsaufwand nach sich. Viele der Mitarbeiter arbeiten mittlerweile im Homeoffice. Generell sei die Stimmung unter der Belegschaft aufgrund von Corona* gedrückt. Unsicherheit herrscht wohl auch bei der Frage, wann Mitarbeiter in Quarantäne müssen.

Unternehmen begrüßen Lockerungen

Trotz all der Probleme durch die Pandemie, begrüßte die gesamt-bayerische Industrie- und Handelskammer (BIHK) die jüngst beschlossenen Lockerungen. Sie seien ein erster Schritt in Richtung Normalität und geben vielen Betrieben Zuversicht und eine Perspektive. Dennoch gebe es viele Unternehmen, die noch auf staatliche Hilfen angewiesen seien, wie Clubs, Discos und Bars. Auch Schausteller würden unter der Corona-Pandemie besonders leiden.

Wohl auch aufgrund der vielen Personalausfällen bei ihren Mitgliedern weisen die bayerischen IHKs noch einmal nachdrücklich auf die Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen hin. Es müsse eine Öffnung mit Augenmaß geben, heißt es weiter in der Pressemitteilung der IHK. Man müsse mit den Lockerungen einen Einklang zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Freiheiten erreichen. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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