Erklärung überrascht

Experte: Deshalb feiern wir Junggesellenabschied

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Nicht nur ein Übergangsritual: Laut Hirschfelder geht es heutzutage bei Junggesellenabschieden um viel mehr.

Warum feiern wir eigentlich Junggesellenabschied? Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder aus Regensburg hat sich mit dem Phänomen beschäftigt und formuliert eine erstaunliche These.

Regensburg - Das Feiern des Junggesellenabschiedes hat nach Ansicht des Regensburger Kulturwissenschaftlers Gunther Hirschfelder eine andere Bedeutung als noch vor einigen Jahrzehnten die Verlobung oder der Polterabend. Es gehe nicht mehr um einen Übergangsritus, also den Abschied von der alten Lebensform und den Eintritt in eine neue Lebensform. „Weil Leute, die heute heiraten, nachher nicht anders leben. Sie sind ohnehin in langen Paarbeziehungen und haben das Zusammenleben ausprobiert“, sagte Hirschfelder der Deutschen Presse-Agentur.

Kulturwissenschaftlers Gunther Hirschfelder beschäftigt sich mit dem Phänomen „Junggesellenabschied“.

Mit wem bin ich eigentlich befreundet?

Mit dem Junggesellenabschied wollten die Betreffenden eher einen Markpunkt im Leben setzen, bildreiche Erinnerungen produzieren und zudem den Freundeskreis markieren. „Es ist ja schwierig heute bei den ganzen digitalen Freunden - wo man mit Leuten befreundet ist, mit denen man gar nicht befreundet ist - zu sagen: Wer bildet eigentlich den inneren Kern meines Sozialgefüges?“ Die Einladung zum Junggesellenabschied könne das dokumentieren, so Hirschfelder im Interview mit der deutschen Presse-Agentur.

dpa

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