Vorwurf: Unterlassene Sorgfaltspflicht

Finanzskandal Eichstätt: Gläubige klagen Bischof Hanke an

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Dem Bischof Gregor Maria Hanke wir unterlassene Sorgfaltspflicht vorgeworfen. 

Die Suche nach dem Schuldigen in der Finanzkrise in Eichstätt geht in die nächste Runde. Nun klagen Gläubige den Bischof wegen unterlassener Sorgfaltspflicht an. 

Eichstätt - Nach dem Aufdecken des Finanzskandals an der Diözese in Eichstätt geht die Suche nach dem Schuldigen in die nächste Runde. Gläubige werfen dem Bischof Gregor Maria Hanke vor, dass er seine Sorgfaltspflicht verletzt habe. Deshalb haben sie einen Beschwerdebrief verfasst und nach Rom gesendet. Der Brief von den Katholiken aus Eichstätt richtet sich an die Kongretation für den Klerus, also die Zentralebehörde des Vatikans, die sich um die Belange der Priester kümmert.

Gläubige klagen den Bischof an 

In dem Schreiben klagen die Gläubigen den Bischof an, dass er das Bistumsvermögen nicht gründliche genug verwaltet habe. Das fünfseitige Schreiben liegt dem Eichstätter Kurier vor welches die Anklage auf donaukurier.de

 veröffentlicht: Mit dem Schreiben wolle man, so heißt es, ein Verfahren, um „diese Verletzung festzustellen" und um "anschließend dem Heiligen Vater die amtsrechtlichen Sanktionen, die aus Sicht Ihres Dikasteriums angeraten sind zu empfehlen“. Die Privatpersonen bringen in ihrem Schreiben zum Ausdruck, dass man dem Bischof Hanke nicht mehr vertrauen könne, dass er zu einer vollkommenen Aufklärung des Falls

beitragen wird. Somit erhoffen sie sich die Empfehlung des Papstes zu Hankes Rücktritt. Bisher hatte sich der Eichstätter Bischof geweigert sein Amt zu verlassen

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Eines scheint klar: Das Bistum hatte in der Vergangenheit zu viel Vertrauen in seine Mitarbeiter gesteckt und sie zu wenig kontrolliert. Zwischen 2014 und 2016 hatte die Diözese Darlehen an US-amerikanische Projektgesellschaften vergeben. Der Finanzbeauftragte hatte gemeinsam mit dem Immobilien-Projektentwicker der Diözese in diesen Geschäften ca. 50 Millionen Euro mit ungesicherten Immobiliengeschäften verloren. Erst 2016 ist man auf die ersten Ungereimtheiten im Bistum gestoßen. Nun wirft man der Finanzkammer in Eichstätt Bestechung, Untreue und Bestechlichkeit vor. Bisher sieht sich das Bistum nicht als Täter sondern vielmehr als Opfer der beiden Mitarbeiter. 

Neuer Finanzdirektor 

Bereits seit eineinhalb Jahren versucht das Bistum den Skandal intern aufzuklären - bisher erfolglos. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft sowohl gegen den ehemaligen Finanzdirektor des Bistums, als auch gegen den Immobilie-Projektentwickler. Die beiden sitzen in Untersuchungshaft. Mit Florian Bohn hat das Bistum Eichstätt seit Februar einen neuen Finanzdirektor. Er ist gebürtiger Münchner und hat an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) Betriebswirtschaft studiert. 

sms

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