Asylanträge, Unterbringung, Schulbildung

Flüchtlinge protestieren in Deggendorf gegen Asyl-Umstände

Am Mittwoch sind knapp 175 Flüchtlinge durch Deggendorf marschiert. Eine Protestaktion gegen die aktuellen Asyl-Umstände.

Deggendorf - Bis zu 175 Flüchtlinge aus Sierra Leone haben am Mittwoch in Deggendorf gegen die Umstände ihrer Unterbringung demonstriert. Dem bayerischen Flüchtlingsrat zufolge kritisieren die Menschen unter anderem die Ablehnung ihrer Asylanträge, die zweijährige Unterbringung im Transitzentrum, mangelnde Schulbildung für Kinder, fehlende Arbeitserlaubnis sowie schlechte Nahrungsqualität. Zudem seien die Zimmer mit acht Personen zu beengt. Die Regierung von Niederbayern wies die Kritik zurück.

„Die protestierenden Flüchtlinge aus Sierra Leone wollen die Anwendung des Asylrechts nicht akzeptieren“, hieß es in einem Statement. Nach Angaben des Flüchtlingsrats befinden sich rund 200 Flüchtlinge derzeit im Hungerstreik. Dies bestätigte die Regierung nicht. Sie nähmen zwar seit Samstag nicht mehr an der Kantinenverpflegung teil, das müsse aber „nicht automatisch Hungern bedeuten“.

Unter den Teilnehmern des mehrstündigen Protestmarschs durch die niederbayerische Stadt waren auch Kinder. Eine 19 Jahre alte Schwangere musste laut Polizei nach einem Schwächeanfall in ein Krankenhaus gebracht werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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