Mehr Straftaten

Gewalttaten und Drogendelikte steigen in Bayern

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Mehr Körperverletzungen als 2015 verzeichnet die bayerische Kriminalstatistik im vergangenen Jahr. 

München - Mehr Straftaten gab es im vergangenen Jahr in Bayern. Der Anstieg der Delikte ist allerdings gering. Der Freistaat ist nach wie vor das sicherste Bundesland Deutschlands.

Die Kriminalität steigt: Bereits im Januar hatte die tz exklusiv über die neuesten Zahlen der Polizei in München und auch in Bayern berichtet. Am Montag nun stellte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die offizielle „Polizeiliche Kriminalstatistik in Bayern 2016“ vor. Sie bestätigt die steigende Zahl der Gewalttaten und zeigt eine Tendenz: Der Flüchtlingsansturm spiegelt sich deutlich in der Zahl der Straftaten wider. Dennoch betonte Herrmann die deutschlandweit niedrige Kriminalitätsrate: „In Bayern leben, heißt sicher lieben.“ Hier sind die wichtigsten Details der Statistik:

- Die Anzahl der Straftaten insgesamt in Bayern stieg 2016 um 3,3 Prozent auf 614 520 Fälle (Delikte nach dem Ausländerrecht wie illegale Einreise wurden dabei nicht mitgezählt). Es waren insgesamt 19 621 Straftaten mehr als 2015, vor allem in den Bereichen Körperverletzung, Rauschgiftkriminalität, Delikte im Internet und Urkundenfälschungen.

- Unter allen registrierten Tatverdächtigen waren 180 000 Deutsche und 94 000 Nichtdeutsche. Die Zahl der letzteren stieg um 14,9 Prozent. Dabei nahm auch der Anteil an Zuwanderern (wie Asylbewerbern) zu – sie fielen vor allem durch Rohheitsdelikte wie Körperverletzung aber auch durch Ladendiebstähle auf.

- Tatort Asylbewerberunterkunft: Hier wurden im letzten Jahr 12 300 Straftaten registriert – mehr als doppelt so viel wie 2015! Insgesamt 8075 Zuwanderer wurden Opfer einer Straftat wie Angriffen gegen das Leben oder die Freiheit. In 82,9 Prozent dieser Fälle waren auch die Täter Zuwanderer.

- Bei der Gewaltkriminalität, also schweren Fällen wie Mord, Kindstötung, Raub gab es 2016 einen Anstieg um 9,8 Prozent auf 21 101 Fälle. Die Zahl der durch Zuwanderer begangenen Gewaltdelikte hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt – in den meisten Fällen waren dies Gewaltdelikte unter Zuwanderern. Dabei lag der Tatort meist in einem Flüchtlingsheim.

- Die Zahl der Raubdelikte sank um 2,5 Prozent – Straftaten gegen das Leben stiegen dagegen. So gab es etwa 431 vorsätzliche Tötungen (neun vollendete und acht versuchte Morde gingen dabei allein auf den Amoklauf im OEZ zurück). In diesem Bereich konnte die Aufklärungsquote auf 94,7 Prozent gesteigert werden.

- Sexuelle Nötigungen und Vergewaltigungen durch Zuwanderer wurden im letzten Jahr 131 mal registriert. 21 Opfer dieser Taten waren ebenfalls Zuwanderer.

- Ob Beleidigung, Sexualdelikte, Waffen- oder Drogenkäufe: 2016 steig die Zahl der im Internet begangenen Straftaten um 3,8 Prozent auf 24 871 an. Gesamtschaden: 17,5 Millionen Euro!

- Es wurden 19,2 Prozent mehr Rauschgiftdelikte registriert – allerdings auch 26,3 Prozent mehr Fälle aufgedeckt. Die Zahl der Drogentoten stieg auf 321. Haupttodesursache: Heroin.

- Die Zahl der Diebstähle sank um 2,7 Prozent. Dabei entstand ein Gesamtschaden in Höhe von 206 Millionen Euro.

Anders als in München, wo die Zahlen gestiegen sind, blieb die Zahl der Wohnungseinbrüche bayernweit mit 7470 relativ unverändert. Die Schadenssumme aber stieg um 21,4 Prozent auf 28,9 Millionen Euro, was laut Minister Herrmann für eine „Professionalisierung der Täter spricht“.

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