Erfolgreicher Einsatz in Landsberg

Polizei schnappt skrupellose Tierhändler: Welpen in Lebensgefahr

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Das vernachlässigte Chow-Chow-Welpen nach der Rettung aus den Fängen der illegalen Tierhändler.

Landsberg am Lech - Erfolgreicher Einsatz der Polizei gegen die Welpenmafia: Bei einer fingierten Übergabe entlarvten die Beamten zwei mutmaßlich illegale Tierhändler.

Autos, Kleidung, Schuhe oder sogar Lebensmittel: Die Liste der Dinge, die man heutzutage im Internet kaufen kann, ließe sich nahezu unendlich erweitern. Auch ein Mann aus Landsberg am Lech (Oberbayern) entschied sich für den  Weg, online zu shoppen. Auf dem Kleinanzeigenportal „Deine Tierwelt.de“ machte er sich auf die Suche nach einem Haustier.

Anzeige macht ihn stutzig

Was er dabei fand, stimmte ihn jedoch nachdenklich. „Ich suchte nach Welpen und bin auf diese Anzeige gestoßen, die mich stutzig gemacht hat“, sagt der Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte, gegenüber der Tierschutz-Stiftung „Vier Pfoten“. Misstrauisch sei er geworden, da die Händler kaum Deutsch sprachen und als Treffpunkt für die Übergabe der drei Rottweilerwelpen und eines kleinen Chow-Chow einen Supermarktparkplatz vorschlugen.

Fingierte Übergabe

Der Mann aus Landsberg setzte sich mit den Tierschützern von „Vier Pfoten“ in Verbindung, die wiederum die Polizei Landsberg und ein Tierheim in München kontaktierten. Gemeinsam organisierten sie eine fingierte Übergabe der Welpen an dem besagten Landsberger Supermarktparkplatz. „Vier Pfoten“-Mitglied Birgitt Thiesmann, die sich als potentielle Käuferin ausgab, war schockiert von den Geschehnissen bei dem Treffen mit den Händlern. „Als sie den Kofferraum öffneten, schlug uns ein furchtbarer Gestank entgegen“, berichtet sie. „Drei Rottweilerwelpen saßen in engen Drahtkäfigen, nur mit dünnem Zeitungspapier ausgelegt. Die Hunde waren nass, stanken, winselten jämmerlich und ihre Zungen hingen heraus.“ Es sei offensichtlich gewesen, dass die Hunde großen Durst hatten sowie dehydriert und völlig erschöpft waren.

Die drei Rottweilerwelpen.

Genug Hinweise, um die illegalen Tierhändler noch vor Ort von der Polizei abführen zu lassen. Die Beamten fanden in dem Auto der Händler neben Bargeld und einem Messer noch einen Chow-Chow-Welpen auf dem Rücksitz. Er saß in einer Plastikbox, kaum größer als er selbst. 

„Wichtig ist, dass sie überleben“

Eine sofortige Untersuchung durch einen Tierarzt ergab, dass die Hunde allesamt Würmer und Durchfall hatten. Ebenso bestehe der Verdacht, dass die Welpen an Parvovirose erkrankt sind, einer hoch ansteckenden, oft tödlich verlaufenden Infektionskrankheit. Die mitgeführten Impfpässe sind laut Polizei vermutlich gefälscht.

Wie es nun mit den vernachlässigten Vierbeinern weitergeht, ist noch unklar. Dr. Sandra Giltner, Leiterin des Münchner Tierheims, in dem die Hunde vorerst untergebracht sind, äußerst sich vorsichtig optimistisch: „Wir hoffen alle sehr, dass sie durchkommen und wir ihnen später ein liebevolles Zuhause bieten können. Aber wichtig ist jetzt erstmal nur, dass sie überleben.“

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