Im Keller gezündelt

Mann sprengt Elternhaus in die Luft: Gebäude stürzt ein - mehrere Menschen verletzt

+
Einsatzkräfte am Ort des Einsturzes.

Mit Benzin hatte ein damals 23-Jähriger eine Verpuffung in seinem Elternhaus im unterfränkischen Himmelstadt ausgelöst, das Gebäude stürzte daraufhin ein.

Update vom 11. April 2019

Das Landgericht Würzburg hat nun entschieden, dass der Mann dauerhaft in eine Psychiatrie kommt. Er musste sich am Donnerstag unter anderem wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion vor Gericht verantworten.

Die Kammer geht davon aus, dass der Beschuldigte die Taten begangen hat - wegen seiner Erkrankung allerdings im Zustand der Schuldunfähigkeit, wie ein Gerichtssprecher erklärte. Sie ordnete daher die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Das Urteil ist rechtskräftig.

Vier Menschen waren bei der Verpuffung und dem anschließenden Einsturz des Gebäudes im Juni 2018 verletzt worden. Die Polizei nahm später den 23 Jahre alten Sohn der Familie fest. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, Wäsche im Keller des Gebäudes mit Benzin übergossen, angezündet und damit die Explosion herbeigeführt zu haben. Der Beschuldigte räumte die Vorwürfe nach Angaben des Gerichtssprechers ein.

Update vom 25. Juni 2018

Fast einen Monat nach dem Einsturz eines Einfamilienhauses in Unterfranken hat die Polizei Haftbefehl gegen einen der Bewohner erlassen. Gegen den 23 Jahre alten Sohn der vierköpfigen Familie werde wegen versuchten Totschlags, besonders schwerer Brandstiftung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Würzburg am Montag mit.

Anfang Juni war in Himmelstadt (Landkreis Main-Spessart) nach einer Verpuffung ein mehrstöckiges Wohnhaus teilweise zusammengebrochen. Dabei wurden ein 53-Jähriger, seine Frau sowie die beiden erwachsenen Söhne des Paares verletzt. Der 23-Jährige sitzt den Angaben zufolge bereits in einer Justizvollzugsanstalt, nachdem er zuvor länger im Krankenhaus gelegen hatte.

Wegen der akuten Einsturzgefahr musste die Kripo zunächst die Spurensuche in dem Haus unterbrechen. Das unbewohnbare Gebäude wird nun seit Montag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Stück für Stück abgetragen, um weiter nach Beweisen suchen zu können. Die Ermittler hoffen auf wichtige Hinweise im Keller des Hauses, um den tatsächlichen Ablauf des Geschehens rekonstruieren zu können. Bis dahin wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine weiteren Details bekannt geben. Am Tatabend hatten Feuerwehrleute kurz nach dem Eintreffen Benzingeruch wahrgenommen.

Ursprungsmeldung vom 4. Juni 2018

Himmelstadt - Bei einer Verpuffung in einem Wohnhaus in Unterfranken sind vier Menschen verletzt worden, ein Mann davon schwer. Das Gebäude in Himmelstadt (Landkreis Main-Spessart) sei am Montagabend eingestürzt, sagte ein Polizeisprecher. Die Opfer stammten alle aus einer Familie. Eine Frau und zwei jüngere Männer wurden leichter verletzt. Ein 53-Jähriger erlitt schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Auch die anderen drei wurden im Krankenhaus behandelt. Wie die vier Verletzten miteinander verwandt sind, war zunächst unklar.

Auch die Ursache für die Verpuffung war zunächst unbekannt. Feuerwehrleute hätten kurz nach Eintreffen an der Einsatzstelle Benzingeruch wahrgenommen, sagte der Sprecher. Die Ermittler waren mit einem speziell ausgebildeten Spürhund und einem Hubschrauber im Einsatz. Es sei aber derzeit nur teilweise möglich, das Gebäude zu betreten, da auch die noch übrigen Teile stark einsturzgefährdet seien, sagte der Polizeisprecher weiter.

Das zerstörte Haus nach der Verpuffung.

Auf Bildern vom Unglücksort war das Ausmaß gut zu sehen: Ein noch stehender Teil des Hauses war an einer Seite über mehrere Etagen komplett aufgerissen, davor häuften sich Schutt sowie Hab und Gut der Bewohner.

Auch die Nachbarn mussten ihre Häuser für mehrere Stunden verlassen, konnten am Abend aber wieder zurück. Die umliegenden Gebäude waren außerdem zwischenzeitlich vom Gas- und Stromnetz genommen worden. Am Dienstag sollten weitere Fachleute zur Unglücksstelle kommen, um die Ursache der Verpuffung zu finden.

Lesen Sie auch: Verpuffung bei Reinigungsarbeiten auf einem Balkon

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bauer soll Ehefrau mit Gülle umgebracht haben - dessen Anwalt findet das „abenteuerlich“
Bauer soll Ehefrau mit Gülle umgebracht haben - dessen Anwalt findet das „abenteuerlich“
Paar will auf einem Baukran ungestört sein - und löst damit Großeinsatz aus
Paar will auf einem Baukran ungestört sein - und löst damit Großeinsatz aus
Wanderin nach Bergtour im Allgäu vermisst - Dann gibt es die traurige Gewissheit
Wanderin nach Bergtour im Allgäu vermisst - Dann gibt es die traurige Gewissheit
Skitourengeher prallt bei Sturz gegen Felswand - Retter können nichts mehr für ihn tun
Skitourengeher prallt bei Sturz gegen Felswand - Retter können nichts mehr für ihn tun

Kommentare