Sie fotografierten auf Bahngleisen

Selfie-Wahnsinn in Bayern: Zwei Mädchen (14) bringen sich in Lebensgefahr

Bahngleise werden von jungen Leuten oft für gefährliche Fotomotive genutzt.
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Bahngleise werden von jungen Leuten oft für gefährliche Fotomotive genutzt.

Um ein Haar hätte ein Foto das Leben von zwei jungen Mädchen beendet. Sie posierten auf Bahngleisen - um Selfies fürs Internet zu machen. 

Hof - Für Fotos haben sich zwei 14-jährige Mädchen auf Bahngleisen in Lebensgefahr gebracht. Sie posierten am Hofer Hauptbahnhof, um Selfies für soziale Medien zu machen, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Beamte holten die Mädchen am Montag von den Gleisen, brachten sie zu ihren Eltern und verhängten ein Verwarnungsgeld von je 25 Euro.

Selfie-Wahnsinn: Polizei warnt ausdrücklich vor „gefährlichen Trend“

Die Bundespolizei warnt ausdrücklich vor dem „gefährlichen Trend“ des Fotografierens auf Bahngleisen. Die Gefahr werde unterschätzt. Im schwäbischen Memmingen starben 2011 zwei Mädchen auf den Gleisen. Hohe Geschwindigkeiten, lange Bremswege und Sogwirkungen machen die Aktionen den Beamten zufolge riskant. Zudem höre man die Züge erst spät - besonders wenn die Aufmerksamkeit auf dem Fotografieren liege. Unter Umständen sei der Aufenthalt im Gleisbereich auch eine Straftat.

„Wir beobachten seit Jahren, dass vor allem Mädchen Fotos auf Bahngleisen machen, um ihre Freundschaft zu demonstrieren“, sagte Polizeisprecher Manfred Ludwig. Die zwei verbundenen Schienen und die scheinbar unendlichen Gleise würden als Symbol für unendliche Freundschaft verstanden. Wie weit der Selfie-Wahnsinn mittlerweile geht, zeigte erst kürzlich die Trauerfeier für Niki Lauda: Entsetzen über Zwischenfälle an seinem Sarg. Auch im Straßenverkehr sorgt die Selbstdarstellung mit Fotos und Videos für verheerende Unfälle: Ein Mädchen wird beim Fahren für Snapchat gefilmt, kurz bevor sie in den Gegenverkehr rast. Ihre Freundinnen lernen scheinbar nichts daraus.

Ein Foto war auch das letzte Lebenszeichen eines Landshuters. Er stürzte daraufhin in den Tod.

Zu einem anderen Drama in Niedersachsen kam es, als ein Mann bei einem Selfie mit dem Handy in Braunschweig von einem Zug erfasst wurde, wie nordbuzz.de* berichtet.

dpa

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*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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