„Ausnahmesituation“

Mutter erstickt Tochter (9) mit Kissen - und wird freigesprochen

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Der Prozess fand am Landgericht Kempten statt.

Was muss in der Frau vorgegangen sein? Eine Mutter hatte 2016 ihre kleine Tochter mit einem Kissen getötet - dennoch wurde sie vor dem Landgericht nun freigesprochen. 

Kempten - Nach dem gewaltsamen Tod eines neunjährigen Mädchens in Lindau ist die Mutter am Dienstag vor dem Landgericht Kempten freigesprochen worden. Damit folgte das Gericht der Verteidigung, die zuvor auf Freispruch plädiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine vierjährige Haftstrafe wegen Totschlags gefordert, wie ein Gerichtssprecher sagte. In seiner Urteilsbegründung habe das Gericht die „Ausnahmesituation bei einem sogenannten Mitnahmesuizid“ betont. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Den Ermittlungen nach hatte die Mutter im September 2016 zunächst ihrer Tochter dämpfend wirkende Medikamente gegeben und die schlafende Neunjährige dann nachts mit einem Kissen erstickt. Danach soll die Frau selbst einen Arzneicocktail geschluckt haben. Hintergrund der versuchten Selbsttötung sei der Suizid des Lebensgefährten der Frau zwei Monate zuvor gewesen, hieß es in der Anklage. Die Mutter habe den Tod ihres Freundes nicht verwinden können und sei psychisch auch nicht in der Lage gewesen, ihre Tochter für ihre geplante Selbsttötung bei Verwandten unterzubringen.

Das Familiendrama wurde erst einen Tag später entdeckt. Polizisten fuhren zu dem Haus, nachdem die Grundschule die Beamten informiert hatte, dass das Mädchen am Vortag nicht zum Unterricht gekommen war. Auch der Arbeitgeber der Mutter meldete die Frau als vermisst.

dpa

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