Großeinsatz im Hagengebirge

Lawine in Berchtesgadener Alpen: Junger Mann stirbt vor Augen seiner Familie

Nach dem Abgang einer Lawine war im Berchtesgadener Land am Donnerstagabend ein Großeinsatz im Gange. Ein junger Mann wurde tödlich verletzt.

Berchtesgaden - Eine Lawine ist am Donnerstagabend im Berchtesgadener Land im Bereich Hagengebirge abgegangen. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd um 19.38 Uhr mit. Während es zunächst keine Informationen über Verletzte gab, bestätigte ein Polizeisprecher: „Als gesichert gilt, dass da eine Wandergruppe unterwegs war.“ Am späten Abend dann die traurige Gewissheit: Bei dem Unglück kam ein junger Mann ums Leben - vor den Augen seiner Familie.

Wie die Polizei mitteilt, war eine vierköpfige Familie aus den Niederlanden in den Berchtesgadener Alpen unterwegs. Unterhalb der Laafeldwände auf etwa 1650 Metern querte sie auf einem Steig in das Landtal hinein. Um 16.15 Uhr geschah dann das Unglück: Ein Schneerutsch erfasste in einer Rinne den als Letzten gehenden 24-jährigen Sohn und riss ihn mit. Der junge Mann stürzte über felsigem Gelände etwa 80 Meter ab und erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, dass er sofort tot war. 

Die anderen Familienmitglieder stiegen noch zu dem Verunglückten ab, doch für den jungen Mann kam jede Hilfe zu spät. Da die Familie am Unglücksort keinen Notruf absetzen konnte, machte sie sich auf den Weg über das Landtal in Richtung Obersee, bis sie dort um kurz vor 18 Uhr endlich den Notruf wählen konnten.

Bergwacht, Polizeibergführer und Hubschrauber waren im Einsatz, das Kriseninterventionsteam kümmerte sich derweil um die geschockten Familienmitglieder. Der Leichnam des Verunglückten wurde mit dem Polizeihubschrauber geborgen.

Lawine löst sich im Berchtesgadener Land

In den vergangenen Tagen war in den Berchtesgadener Alpen laut Lawinenwarndienst Bayern ein halber Meter Schnee gefallen. „In den nächsten Tagen werden die Temperaturen wieder ansteigen. Mit Sonneneinstrahlung und Erwärmung kommt der Schnee ins Rutschen und es ist vor allem in den Hochlagen aus felsigem Steilgelände mit der Selbstauslösung von Lockerschneelawinen zu rechnen“, warnten die Experten im Internet und mahnten zur Vorsicht bei Wanderungen.

Die Familie hatte sich vor ihrer Wanderung noch über die Verhältnisse informiert. Da bereits im Laufe des Tages ein Bergführer eine Spur gelegt hatte, sei die Familie davon ausgegangen, dass es keine Probleme geben sollte. Ein fataler Irrtum mit tragischen Folgen. Mehr Informationen zu dem Unglück finden Sie bei BGLand24.de*.

*BGLand24.de ist Teil des bundesweiten  Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

mes/dpa

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