Werk soll in Bayern bleiben

Umstrittenes DB-Projekt: Söder cancelt Plan in der Heimatstadt - warnt aber vor „St.-Florians-Prinzip“

Markus Söder spricht sich gegen ein ICE-Werk in Nürnberg aus.
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Markus Söder spricht sich gegen ein ICE-Werk in Nürnberg aus. (Archivbild)

Ministerpräsident Söder kündigte am Samstag an, dass das geplante ICE-Werk im Südosten Nürnbergs wohl nicht entstehen werde. Er wolle aber für den Standort Bayern kämpfen.

Nürnberg - Eigentlich schien schon alles in trockenen Tüchern zu sein: Die Deutsche Bahn wollte ihren zehnten Werksstandort im Südostens Nürnbergs errichten. Genauer gesagt in Altenfurt/Fischbach. Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sprach sich für den Standort aus - obwohl es massive Proteste aus der Bevölkerung gab. Jetzt hat Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) dem Projekt wohl den Todesstoß versetzt, zumindest an diesem Standort.

ICE-Werk in Nürnberg - zu nah an Wohngebieten und zu viel Flächenversieglung

Mit dem ICE-Instandhaltungswerk in den Nürnberger* Stadtteilen Altenfurt/Fischbach sollten für die Region mehrere hundert neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Deutsche Bahn favorisierte das Gelände südöstlich der Frankenmetropole für ihre Großinvestition von rund 400 Millionen Euro. Bayerns Landeschef Söder sagte am Samstag allerdings: „Der Standort ist wahrscheinlich nicht der richtige.“ Er wolle aber das Projekt unbedingt im Freistaat halten. Es sei möglich, die Liste der bisher von der Deutschen Bahn vorgeschlagenen neun Standortalternativen im nordbayerischen Raum zu erweitern. Es wäre wünschenswert, wenn das ICE-Werk nicht außerhalb Bayerns gebaut würde, so Söder.

Unterstützt wurde der Ministerpräsident von seinem Parteikollegen und Oberbürgermeister von Nürnberg*, Marcus König (ebenfalls CSU). „Altenfurt/Fischbach wird nicht der Standort sein.“ Als Grund nannte der Rathauschef die großflächige Vernichtung von Grünflächen. Außerdem wäre das Werk zu nahe an bewohntem Gebiet entstanden, befand er. Viele Nürnberger würden die Region ohnehin als Naherholungsgebiet nutzen.

Söder betont die Relevanz des ICE-Werks für Bayern

Söder erinnerte daran, dass die Bahn und damit auch das ICE-Werk mit seinen 500 Arbeitsplätzen für den regionalen Arbeitsmarkt und auch für eine ökologische Verkehrswende wichtig ist. Allerdings sei das Argument der Nähe zur Wohnbevölkerung ein sehr starkes. Der Standort dürfe aber auch nicht nach dem St.-Florians-Prinzip gesucht werden, betonte der Ministerpräsident. Der Bau soll bis 2028 fertig sein. Söder sagte, der Zeitplan könnte durch die Standortsuche in Gefahr geraten. (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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