Verdächtige Handydaten 

Prostituiertenmorde in Nürnberg: Details zum Tatverdächtigen

Nach den zwei Nürnberger Prostituiertenmorden wird ein dringend Tatverdächtiger festgenommen. Wer ist der Mann? Die Polizei mauert. Doch Details zum Täterverdächtigen sind durchgesickert.

Nürnberg - Update vom 11. Juni 2017: Im Fall der Nürnberger Prostituiertenmorde handelt es sich nach Informationen des Bayerischen Rundfunks um einen polizeibekannten Deutschen im Alter von 21 Jahren. 

Auswertungen von Handydaten brachten demnach Ermittler auf die Spur des Mannes. Der Mann soll Kontakt mit seinem Mobiltelefon zu den seinen Opfern gehabt haben. Zudem hätten ein Abgleich von Tatortspuren den 21-Jährigen überführt.

Der mutmaßliche Mörder von zwei Prostituierten in Nürnberg ist gefasst. Gegen den dringend Tatverdächtigen erging Haftbefehl, wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei zunächst keine weiteren Details mitteilen. Zuerst hatten die „Nürnberger Nachrichten“ online über die Festnahme berichtet.

Nun will die Polizei in Nürnberg am Montag mehr Informationen zum mutmaßlichen zweifachen Prostituiertenmörder bekanntgeben. Mit Spannung werden nun vor allem die möglichen Erkenntnisse zum Tatmotiv erwartet.

Sonderkommission „Himmel“ erfolgreich

Der Festnahme seien umfangreiche Ermittlungen der 30-köpfigen Sonderkommission „Himmel“ vorausgegangen, hieß es. „Auf Grund noch laufender Maßnahmen und Ermittlungen können weitere Einzelheiten derzeit nicht bekanntgegeben werden.“ Ungeachtet des großen öffentlichen Interesses hielt die Polizei auch am Sonntag an dieser Linie fest, obwohl nicht ersichtlich war, warum Informationen zum Alter, dem Beruf oder der Nationalität des Festgenommenen von ermittlungstaktischer Bedeutung sein könnten. Erst an diesem Montag wollen die Ermittler auf einer Pressekonferenz in Nürnberg Näheres bekanntgeben.

Serientäter vermutet

Am 24. Mai war in Nürnberg eine 22-jährige rumänische Prostituierte ermordet worden. Rettungskräfte hatten die Frau nachts in einer brennenden Wohnung im sechsten Stock eines Nürnberger Mehrfamilienhauses gefunden. Bei der Obduktion ergab sich, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. 

Am Pfingstmontag wurde dann wieder eine Prostituierte, eine 44 Jahre alte Chinesin, umgebracht. Die Polizei ging von Anfang an davon aus, dass beide Taten im Zusammenhang standen. Dies legten die Obduktionsergebnisse und die „Auffindesituationen an den Tatorten“ nahe, hatte es geheißen. Todesursache sei in beiden Fällen „Gewalt gegen den Hals“ gewesen.

Beide Opfer waren erst seit kurzem in Nürnberg

Die beiden ermordeten Frauen waren erst seit kurzem in Nürnberg, und beide Taten ereigneten sich in sogenannten Modellwohnungen. Diese Einzimmer-Apartments in Mehrfamilienhäusern werden von den Prostituierten meist nur für eine bis drei Wochen angemietet. Denn viele der Frauen halten sich nur kurz in einer Stadt auf. Sie reisen europaweit herum.

Die Modellwohnungen sind der Polizei in der Regel bekannt. In Nürnberg gibt es nach früheren Angaben der Beamten davon rund 180. Insgesamt gebe es in der Frankenmetropole rund 240 „bordellartige Betriebe“. Neben den Modellwohnungen gehören dazu Laufhäuser und Bordelle. Durchschnittlich halten sich nach Polizeiangaben in Nürnberg etwa 600 Prostituierte auf - im gesamten Jahr bis zu 1300.

Die Ermittler hatten am vergangenen Freitag in den Bordellen im Raum Nürnberg Fahndungsaufrufe in fünf verschiedenen Sprachen verteilt. 60 Beamte hatten dazu alle dieser Einrichtungen abgeklappert. In die Suche nach dem Täter war auch das Bayerische Landeskriminalamt mit seinen Profilern eingebunden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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