Nach Einsatz Ende Mai

Rechtsanwalt: Behörde rollt Asylfall Asef N. neu auf

Der wegen eines massiven Polizeieinsatzes bekannt gewordene Fall des Asylbewerbers Asef N. wird neu aufgerollt.

Nürnberg - Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe einen Asylfolgeantrag des jungen Afghanen zugelassen, teilte dessen Anwalt Michael Brenner am Dienstag mit. Damit sei die Abschiebung von Asef N. erst einmal abgewendet, sagte der Anwalt. Von der Behörde selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Einsatz Ende Mai hatte eine Welle der Kritik ausgelöst. Polizeibeamte hatten auf Anordnung der Ausländerbehörde versucht, den jungen Afghanen abzuschieben. Weil sie ihn in seiner Unterkunft nicht antrafen, hatten sie ihn während des Berufsschulunterrichts abgepasst. Schüler und später hinzugekommene Linksautonome hatten die Abschiebung des jungen Afghanen mit einer Sitzblockade und einer spontanen Demonstration verhindern wollen.

Die parteilose Abgeordnete Claudia Stamm, die am Montagabend mit dem Anwalt, Betreuern und einigen Mitschülern diskutierte, forderte unterdessen die Einstellung aller laufenden Ermittlungsverfahren gegen Schüler im Zusammenhang mit dem Fall Asef N. „Zivilcourage kann nicht strafbar sein“, betonte sie in einer Mitteilung. Zudem wichen die Schilderungen der Schüler von den Vorgängen von Ende Mai von denen des bayerischen Innenministeriums deutlich ab.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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