Eltern erschlagen und eingemauert

Doppelmord von Schnaittach: Angeklagte legt Revision ein

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In diesem Haus in Schnaittach soll ein Ehepaar erschlagen worden sein.

Im Doppelmordprozess von Schnaittach hat die Angeklagte Revision gegen das Urteil eingelegt. Diese Begründung hat ihr Verteidiger.

Update vom 16. April: Die Verurteilung seiner Mandantin zu lebenslanger Haft wegen Anstiftung zum Mord sei nicht nachvollziehbar, sagte der Verteidiger der 23-Jährigen, Alexander Seifert, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher werde das Urteil einer Überprüfung unterzogen. In dem Prozess waren am vergangenen Donnerstag ein 26-jähriger Informatiker und seine Ehefrau wegen der Ermordung der Eltern des Mannes zu jeweils lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Eltern erschlagen und eingemauert: Verteidigung forderte Freisprüche - Gericht urteilt ganz anders

Update vom 11. April: Im Fall eines getöteten und danach eingemauerten Ehepaars aus dem fränkischen Schnaittach hat das Landgericht Nürnberg-Fürth die beiden Angeklagten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sah es in dem am Donnerstag verkündeten Urteil als erwiesen an, dass der Sohn die 70 und 66 Jahre Eltern mit einem Hammer erschlug. Seine Partnerin stiftete ihn demnach zu dem Doppelmord an.

Motiv für die Taten war demnach, dass die Mutter gegen die erst wenige Monate vorher geschlossene Beziehung war. Nach dem Doppelmord hatten die beiden geheiratet.

Das Gericht verzichtete im Fall von Ingo P. auf die von der Staatsanwaltschaft geforderte Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und anschließende Sicherungsverwahrung. Die Verteidiger hatten für Ingo und Stephanie P. Freisprüche gefordert.

Die in einem Anbau des Elternhauses eingemauerten Leichen hatte die Polizei Anfang 2018 entdeckt. Davor hatten die Angeklagten die Eltern als vermisst gemeldet und öffentlich zu Spenden für eine Suchaktion aufgerufen.

Gewaltsamer Tod eines Ehepaars: 21 Verhandlungstage angesetzt

Nürnberg - Nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaares aus Schnaittach bei Nürnberg soll am 19. Februar der Mordprozess gegen den Sohn des Paares und dessen Ehefrau beginnen. Insgesamt sind bis März 21 Verhandlungstage angesetzt, wie das das Landgericht Nürnberg-Fürth am Dienstag mitteilte. Im Oktober hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 26-Jährigen und seine 22 Jahre alte Partnerin erhoben. Das Paar soll demnach zunächst versucht haben, die 66 Jahre alte Mutter des Mannes zu vergiften. Als dies scheiterte, habe der Sohn Mitte Dezember 2017 seine im Bett liegende Mutter mit einem Hammer erschlagen, so die Anklage. Danach soll der Mann auch seinen 70 Jahre alten Vater erschlagen haben.

26-Jähriger bestreitet die Vorwürfe

In den Tagen nach der Tat sollen die beiden Angeklagten die Leichen der Eltern in einem Nebenraum der Garage eingemauert und den Tatort renoviert haben, um Spuren zu beseitigen. Ende Dezember meldeten sie die Eltern bei der Polizei als vermisst, einen Tag später heiratete das Paar.

Die Beschuldigten - beide sind Deutsche - sitzen seit Januar in Untersuchungshaft. Der 26-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Seine Frau hat sich zwar geäußert; sie sagt aber, an der Tötung sei sie nicht beteiligt gewesen. Nach dpa-Informationen gab sie zu, ihrem Mann bei der Beseitigung der Spuren geholfen zu haben.

Beamten fanden auf Anwesen laienhaft zubetonierte Grube

Der Sohn hatte der Polizei zunächst erzählt, dass seine Eltern Verwandte besuchen wollten. Dafür hätten sie viel Gepäck und Bargeld mitgenommen, was für ihn auf eine längere Abwesenheit hingedeutet habe. Nachdem sie nicht zurückgekommen seien und er sie auch über Weihnachten auf dem Handy nicht habe erreichen können, habe er einen Unglücksfall vermutet. Bei den Ermittlungen zum Verschwinden der Eltern fanden Beamte auf deren Anwesen in einer laienhaft zubetonierten Grube im Boden der Garage das angebliche Reisegepäck und in einem Nebengebäude der Garage die beiden eingemauerten Leichen.

Als Motiv werden unter anderem Habgier und Heimtücke genannt

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Angeklagten die Tat gewollt und gemeinsam geplant haben. Daher wirft sie beiden Mord in zwei Fällen vor. Als Motiv hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Habgier, Heimtücke und die Absicht, eine andere Straftat zu verdecken, genannt. Die Anklagebehörde hat rund 60 Zeugen und 11 Sachverständige benannt.

dpa


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