Aufregung in Traunstein

„Hilft in Sekunden - wirkt für Stunden“: Streit um Bierdeckel - jetzt gibt es eine Rüge

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Ein Bierdeckel vom Hofbräuhaus Traunstein: Der Brauereichef Maximilian Sailer gibt seiner Frau Brigitte einen Kuss und sie schaut auf ein volles Weißbierglas.

Ein Bierdeckel aus dem Hofbräuhaus Traunstein mit dem Foto des eng umschlungenen Besitzerpaares hat den Werberat in Berlin auf den Plan gerufen. Jetzt gibt es eine Rüge.

Update vom 16. Mai: Der Deutsche Werberat hat das Hofbräuhaus Traunstein erneut wegen eines Bierdeckels gerügt. Anders als vor zwei Jahren wurde die Beanstandung aber nicht wegen einer sexistischen Werbung ausgesprochen, wie der Werberat am Donnerstag mitteilte. Vielmehr gehe es dieses Mal darum, dass die Brauerei Verhaltensregeln für eine verantwortungsvolle Alkoholwerbung nicht einhalten wolle.

Der Bierdeckel lasse beim Betrachter den Eindruck entstehen, dass sich der Konsum des Biers positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirke, rügt der Werberat. „Alkoholkonsum darf in der Werbung weder als Problemlöser noch als Schlüssel für Glücksmomente angepriesen werden“, sagte eine Sprecherin. Auf diesen Grundsatz hätten sich Händler, Hersteller und Importeure alkoholhaltiger Getränke mit dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW verständigt. Eine Rüge des Werberats hat keine rechtlichen oder finanziellen Folgen.

Erstmeldung: Traunsteiner Bierdeckelstreit nimmt bizarre Ausmaße an  

Traunstein - Das Bild zeigt Brauereichef Maximilian Sailer, der seiner Frau Brigitte ein inniges Bussi gibt - während sie ein volles Weißbierglas anhimmelt. „Hilft in Sekunden - wirkt für Stunden“, ist dazu zu lesen. Der Bierdeckel werde seit 2005 in Millionenauflage an Kunden verteilt, sagte Geschäftsführer Josef Schumacher. „Selbstverständlich bleiben wir dabei. Da wird nichts geändert. Da sind wir wie die kleinen Gallier gegen die fernen Römer.“

Über den Bierdeckelstreit berichtet auch chiemgau24.de*. „Wir haben Beschwerden dazu erhalten und das Unternehmen zur Stellungnahme aufgefordert“, hieß es beim Werberat. Die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft hatte im Februar an die Brauerei geschrieben, der Slogan in Verbindung mit den „sich umarmenden Protagonisten“ suggeriere, der Konsum von Alkohol könne „zu einem leichteren, unbeschwerten Lebensgefühl, auch im zwischenmenschlichen Bereich“ beitragen. „Dies könne als Aufforderung zu missbräuchlichem Alkoholkonsum missverstanden werden.“

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Nicht der erste Bierdeckelstreit: „Das Dirndl ist keine Burka“

Dass Alkohol zum entspannteren Umgang im zwischenmenschlichen Bereich beitrage, sei schließlich richtig, sagte Schumacher. „Da hat der Werberat recht“, sagte er. „Hopfen und Malz erleichtern die Balz.“

Das könnte Schumacher ebenfalls irritieren: Bayerischer Brauer darf nicht mehr mit beliebtem Trinkspruch werben

Schon früher war das Hofbräuhaus Traunstein ins Blickfeld des Werberates geraten. Auf einem Bierdeckel, der Schumacher zufolge seit 2001 im Umlauf ist, ist eine Kellnerin mit tiefem Ausschnitt und zwei Maß Bier abgebildet - mit der Frage: „Was darf's sein?“ Das hatte der Werberat 2017 als sexistisch gerügt. Auch hier blieb das Hofbräuhaus bei seinem Deckel. „Das ist eine fesche Kellnerin. Das Dirndl ist keine Burka. Das muss man mal festhalten.“

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*chiemgau24.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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