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Holocaust-Leugner aus Bayern ruft „zur Jagd“ auf Telegram auf - Polizei verhaftet 59-Jährigen

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Von: Thomas Eldersch

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Über seine Telegram-Gruppe verbreitete ein Holocaust-Leugner Verschwörungstheorien. Jetzt klickten die Handschellen.
Über seine Telegram-Gruppe verbreitete ein Holocaust-Leugner Verschwörungstheorien. Jetzt klickten die Handschellen. © imago images

Über das Social-Media-Netzwerk Telegram verbreitete ein Rosenheimer verschwörerische und hetzerische Nachrichten. Jetzt wurde er geschnappt und vorläufig festgenommen.

Rosenheim - Seit über einem Jahr verbreitete ein 59-jähriger Rosenheimer im Netz verschwörerische und hetzerische Theorien auf der Social-Media-Plattform Telegram. Jetzt klickten die Handschellen. Durch die Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft Traunstein und der Kripo Rosenheim* konnte der Mann ermittelt und festgenommen werden.

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Holocaust-Leugner aus Rosenheim ruft „zur Jagd“ auf Telegram auf

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei begann der Rosenheimer im Januar 2021 damit, auf Telegram Texte mit volksverhetzendem Inhalt sowie Verschwörungstheorien mit strafbarem Inhalt zu verbreiten, heißt es in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Mitte des vergangenen Jahres begannen Beamte des Kommissariats Staatsschutz der Kripo Rosenheim in dem Fall zu ermitteln. Zuvor erhielten sie Hinweise des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Tirol.

Der 59-Jährige soll demnach in einer Telegram-Gruppe - in der er der Betreiber war und die über 800 Mitglieder hatte - diverse Nachrichten veröffentlicht haben. Unter anderem leugnete er dabei mehrfach den Holocaust. Des Weiteren rief er in mehreren Fällen „zur Jagd auf das obere Verbrechersystem und dessen Säuberung“ auf.

Oberstaatsanwalt Andreas Franck, der zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz, äußerte sich zu dem Fall und ordnete ihn ein. „Die Leugnung des Holocaust erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung. Dabei handelt es sich um eine gravierende Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft wird. Judenfeindliche Straftäter verfolgen wir mit aller Konsequenz – egal, ob im Netz oder analog.“

Razzia in der Wohnung und den Geschäftsräumen des Rosenheimers

Als der 59-jährige Rosenheimer durch die Ermittlungsarbeit der Beamten identifiziert werden konnte, ordnete das zuständige Amtsgericht Traunstein* auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein eine Durchsuchung der Wohnung sowie der Geschäftsräume des Mannes an. Diese fand am heutigen Mittwoch, 9. Februar, statt.

In den frühen Morgenstunden stellten Beamte der Kripo sowie Einsatzkräfte der Zentralen Einsatzdienste Rosenheim in den Räumen mehrere digitale Datenträger und Kommunikationsmittel sicher. Diese werden jetzt digital forensisch ausgewertet. Nach einer vorläufigen Festnahme wurde der 59-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihm wird Volksverhetzung in 45 Fällen und versuchte Nötigung in zwei Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Traunstein entscheidet im Augenblick noch über die Anklageerhebung. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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