Am Watzmann abgestürzt

Es roch nach Verwesung: Retter entdecken toten Bergsteiger

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Bei der Suchaktion flog der Polizeihubschrauber mit Kräften der Bergwacht Ramsau die Watzmann-Westseite und den Südspitz-Abstieg ab

Sein letztes Lebenszeichen war eine SMS - nun ist es traurige Gewissheit: Ein vermisster Mann aus Nordrhein-Westfalen ist am Watzmann in den Tod gestürzt. Ein Hinweis brachte die Retter auf die entscheidende Spur.

Ramsau - Es war das letzte Lebenszeichen, das eine Frau von ihrem Mann erhielt: eine SMS, die am 20. August verschickt worden war. Seither fehlte von dem 70-Jährigen jede Spur, am Montag meldete ihn seine Frau als vermisst. Nun die traurige Gewissheit: der Mann ist tot.

Der 70-Jährige aus Nordrhein-Westfalen war schon seit dem 14. August in den Bayerischen Alpen unterwegs gewesen, um dort Bergtouren zu unternehmen. Seine letzte SMS sendete er seiner Frau aus dem Raum Schönau am Königssee. Nach der Vermisstenmeldung machten sich Rettungskräfte auf die Suche nach dem Rentner. Seinen Wagen fand die Polizei Berchtesgaden am Parkplatz Wimbachbrücke in Ramsau, doch von dem Mann fehlte weiterhin jede Spur.

Es folgte eine Suchaktion samt Polizeihubschrauber, die Westseite des Watzmanns wurde abgesucht. Zwei entscheidende Hinweise brachten die Retter dann auf eine neue Spur: Wegen eines Eintrags im Hüttenbuch des Ostwandlagers in St. Bartholomä vom 20. August suchten die Retter ab jetzt an der Watzmann-Ostwand. Entscheidend war dann die Anmerkung eines Polizeibergführers. Der hatte berichtet, dass er vor einigen Tagen im Bereich Schuttkar Verwesungsgeruch wahrgenommen hatte.

Bei einer Suche mit dem Hubschrauber entdeckte schließlich ein Bergwachtmann auf 1550 Metern Höhe, dass etwas in einer Schutt-Wasserrinne lag. Es waren die sterblichen Überreste des Vermissten, der am 21. August unterhalb der Wasserfallplatten zu Sturz gekommen und anschließend etwa 150 bis 200 Meter über eine Steilwand abgestürzt war. Der Mann war sofort tot. 

Die Bergwacht barg den Verstorbenen.

In den vergangenen Wochen war es zu mehreren tödlichen Zwischenfällen in Gebirgen gekommen. So fanden fünf Bayern den Tod, als ihre Seilschaft abstürzte. Erst Mitte August war ebenfalls am Watzmann ein Mann in den Tod gestürzt.

Näheres zu dem Unglück erfahren Sie bei BGLand24.de*.

*BGLand24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

dpa

Suchaktion am Untersberg, Mai 2017: Bergsteiger ruft um Hilfe keiner findet ihn!

Am Ende kamen die Retter zu spät. Doch was können Bergsteiger tun, um im Notfall schneller gefunden zu werden? Im Video gibt die Bergrettung Tipps.

Video: Glomex

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