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Der Problem-Wolf aus Oberbayern ist tot: Kadaver in Tschechien gefunden

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Von: Thomas Eldersch

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Wolf
Der gesuchte Wolf aus dem Südosten Oberbayerns ist tot. © Armin Weigel/dpa/Illustration

Ein Wolf hielt die Menschen im südlichen Oberbayern lange in Atem. Vor allem die Landwirte wollten ihn tot sehen. Jetzt wurde sein Kadaver gefunden - in Tschechien.

München - In den vergangenen Wochen beschäftigte er Landwirte und Umweltschützer. Sogar die Regierung von Oberbayern und das Verwaltungsgericht München nahm sich ihm an. Ein Wolf hatte Ende 2021 mehrere Nutztiere* im südlichen Oberbayern gerissen - dann sollte er sterben. Jetzt ist er tatsächlich tot. Aber es lief anders ab, als ursprünglich geplant.

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Landesamt für Umwelt bestätigt, dass der Wolf gestorben ist

Bereits seit Mitte Januar soll der vom Abschuss bedrohte Wolf schon tot sein, gab jetzt das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg* bekannt. Er sei bei einem Verkehrsunfall in Tschechien getötet worden, hieß es weiter. Das Tier wurde nahe der tschechischen Kommune Prostejov, nordöstlich von Brünn, überfahren.

Genetische Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich um den gesuchten Wolf handelt, der Ende 2021 in Oberbayern mehrere Nutztiere gerissen hat. Der Wolfsrüde hat den Gencode GW2425m und konnte so identifiziert werden. „Der Ort des letzten Nachweises von GW2425m in Bayern in Marktschellenberg ist etwa 360 Kilometer Luftlinie vom Auffindeort in Osttschechien entfernt“, erläuterte das Landesamt.

Verfahren am Verwaltungsgericht läuft noch - vorerst

Noch im Januar hatte die Regierung von Oberbayern per Allgemeinverfügung den Abschuss des Wolfes verfügt. Eine Gefährdung für Menschen sei nicht ausgeschlossen, hieß es. Das Verwaltungsgericht München* entschied jedoch auf Eilanträge von Naturschützern hin, dass der Abschuss des streng geschützten Tiers voraussichtlich rechtswidrig wäre. Aus keinem der bisher bekannten Vorfälle sei ersichtlich, dass sich der Wolf Menschen in nicht arttypischer Weise genähert hätte.

Das Verfahren liegt mittlerweile beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Ein Sprecher des Gerichts erläuterte, jetzt komme es darauf an, wie die Prozessbeteiligten mit der neuen Situation umgehen. Normalerweise werden in solchen Fällen die Anträge zurückgezogen und das Verfahren damit erledigt. (tel mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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