Schwerer Weg ins Gericht

Zeugenbetreuer: Ihr Job wird immer wichtiger

Angst, Unsicherheit, Fragen zum Verfahren: Immer mehr Zeugen lassen sich rund um ihre Aussage vor Gericht betreuen.

München - „Die bayerischen Zeugenbetreuungsstellen sind gefragter denn je“, sagte Justizminister Winfried Bausback (CSU) am Sonntag. Im vergangenen Jahr hätten Zeugenbetreuer in 8449 Fällen Ängste genommen, informiert und organisiert. Das waren 930 Einsätze oder zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Vielen Zeugen falle der Weg in den Gerichtssaal nicht leicht. „Wir wollen, dass Zeugen, gerade wenn sie selbst Opfer einer Straftat sind, durch das gerichtliche Verfahren nicht unnötig zusätzlich belastet werden“, sagte Bausback. Einige verspürten ein allgemeines Unbehagen, da ihnen der Ablauf von Gerichtsverfahren fremd sei. Andere hätten Angst vor möglicher Einflussnahme durch andere Verfahrensbeteiligte. Zeugenbetreuer seien hier verlässliche Ansprechpartner. „Damit leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Menschen, sondern auch für die Wahrheitsfindung“, sagte Bausback.

Vor allem halfen die Zeugenbetreuer 2016 wie schon in den Vorjahren mit allgemeinen Auskünften: 5833 Mal wurden Fragen zum Verfahrensablauf oder zur Zeugenentschädigung gestellt. In 2047 Fällen war die Angst vor der Vernehmung oder vor Beeinflussung durch den Angeklagten oder andere Zeugen das Hauptthema der Beratung. Die Zeugenbetreuer kümmern sich auch um Kinder von Zeugen: 569 Mal nahmen sie sich des Nachwuchses oder auch der Begleitung von Zeugen zur Vernehmung an.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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