Glaube und Brauchtumg

Impressionen zur 164. Leonhardifahrt in Bad Tölz

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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.
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Bad Tölz steht ganz im Zeichen von Leonhardi. Mit dabei sind heuer rund 75 Truhen- und Tafelwagen.

Bad Tölz – Hätte es nicht pünktlich zu Beginn der Wallfahrt zu regnen begonnen, wäre die 164. Tölzer Leonhardifahrt am Mittwoch als eine der schönsten der jüngeren Geschichte eingegangen. Doch glücklicherweise dauerte der unerwünschte Segen von oben nur kurze Zeit, später kam sogar die Sonne durch, so dass sich die teilweise durchnässten Wallfahrer ihrer Schirme und Plastikcapes entledigen konnten. Allerdings, auf viel mehr als neun Grad kletterte das Thermometer auch am Nachmittag nicht. Das tat dem fröhlichen Feiern während des Tages aber keinen Abbruch, auch der Ausfall einiger Tölzer Gaststätten konnte durch Bewirtung im Freien kompensiert werden.

Die Fahrt der 75 Vierergespanne auf den Kalvarienberg, die dortige Segnung und Messfeier sowie die Rückfahrt zur Mühlfeldkirche ging heuer, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, ohne Verletzte zu Ende. Allerdings kam es zwischen Winzerer-Denkmal und Khanturm zu einer gefährlichen Situation, als ein Gespann, das nicht mehr zu bremsen war, auf ein langsames auffuhr (siehe Seite 3). Zum Glück ging es mit dem Schrecken der Mitfahrenden und ein paar abgebrochen Holzteilen ab. Die Gespannführer werden alle Jahre angehalten, auf das bei den Zuschauern so beliebte Galoppieren zu verzichten, woran sich die jungen Fuhrleute aber nicht unbedingt halten wollen.

Bemängelt wurde von aufmerksamen Beobachtern auch, dass an der Spitze der Wallfahrt zwar drei Fanfarenbläser ritten, die traditionelle Standarte mit dem Bild des Hl. Leonhard heuer aber nur noch vom Vorreiter des Stadtratswagens gehalten wurde. Früher führten bis zu drei Tölzer Reiter mit ihren prächtigen Rappen und der Standarte in der Mitte den Zug an.

Trotzdem wurde die Tradition, die inzwischen zur Eintragung der Wallfahrt in die bayerische und deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes geführt hat, wie alle Jahre gepflegt. So war es kein Wunder, dass eine Reihe von Wallfahrern Jubiläum feiern konnten. Bürgermeister Josef Janker (CSU), für den es heuer die letzte Fahrt war, würdigte die bis zu 60malige Teilnahme verschiedener Wallfahrer beim mittäglichen Empfang. Überhaupt lag ein bisschen Wehmut über der diesjährigen Pferdesegnung am Kalvarienberg. Nach 30 Jahren war es heuer nicht nur für Leonhardilader und Stadtrat Ludwig Bauer das letzte Mal, dass er in Mantel und Zylinder auf den Stadtratswagen stieg, auch eine Reihe anderer Stadträte durften letztmals mitfahren, da bekanntlich im kommenden Frühjahr die aktuelle Wahlperiode endet. Auch Bauers Kollege als Leonhardilader, Anton Heufelder, ist dann nicht mehr mit dabei.

Stadtpfarrer Peter Demmelmair und seine Kollegen segneten beim Umritt um die Leonhardikapelle Roß und Reiter und die Wagenbesatzungen, die nach und nach den Regenschutz ablegten, da es während der Messfeier trocken wurde und sogar die Sonne zeitweise durchblitzte. Die trotz der Lautsprecheranlage nicht überall auf der Leonhardiwiese gut zu hörende Festpredigt hielt Abt Johannes Eckert, der mit einem Fahrradwitz begann und ansonsten einen Zusammenhang zwischen der Fridays for Future-Bewegung und der im christlichen Glauben verankerten Schöpfung herstellte. Ähnliche Worte fand dann beim anschließenden Empfang für die Ehrengäste im Pfarrheim Franzmühle Staatssekretärn Carolina Trautner, die als Vertretung von Ministerpräsident Markus Söder erschienen war. Der war heuer zusammen mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner bei der Kreuther Wallfahrt im Tegernseer Tal, wo sie auf einem Truhenwagen mitfahren durften, etwas, was in Tölz nicht möglich wäre.

Die Zuschauerkulisse wurde auf 14.000 Personen geschätzt, fast überall zwischen Badeteil, Kalvarienberg und Mühlfeldkirche konnte man den Zug gut verfolgen, nur in der Marktstraße herrschte ziemliches Gedränge, wo sich am Nachmittag dann die Zuschauer noch von den Burschen (jeden Alters) die Goaßln lautstark um die Ohren schlagen ließen. Problemlos verlief die Fahrt der Vierergespanne auch durch die Nockhergasse, wo erst am Tag zuvor die Teerarbeiten abgeschlossen worden waren. Die seit einigen Jahren übliche Security sowie Feuerwehr und BRK sorgten mit den notwendigen Absperrmaßnahmen und ihrer Präsenz für einen reibungslosen Ablauf. Die Polizei war auch abends noch im Stadtgebiet unterwegs, als der eine oder andere alkoholbedingt über die Stränge schlug. Doch auch das ist nichts Ungewöhnliches am Tölzer Nationalfeiertag, zu dem die Stadt als Veranstalter auch heuer wieder Freunde der Partnerstädte San Giuliano Terme (Toskana) und Vichy (Frankreich) begrüßen konnte.

Karl Bock

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Der Historische Verein Bad Tölz lädt am Montag, 11. November, um 20 Uhr in den Gasthof Zantl zur alljährlichen Nachbesprechung der Tölzer Leonhardifahrt ein. Alle Wallfahrer und Gäste sind eingeladen, Verbesserungsvorschläge, konstruktive Kritik, aber auch Lob zur Leonhardifahrt vorzubringen.

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