Auf Taxifahrer eingeschlagen

21-Jähriger muss sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten

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Amtsgericht: Richterin verurteil einen 21-Jährigen zu einer Geldbuße von 500 Euro.

Bad Tölz – Zu massiven Handgreiflichkeiten kam es in der Nacht vom 8. auf den 9. März vor einem Nachtlokal am Amortplatz. Ein alkoholisierter Azubi geriet dort gegen 4.30 Uhr mit einem Taxifahrer aneinander. Da am erste Verhandlungstag aufgrund fehlender Zeugenaussagen noch kein Urteil gesprochen werden konnte, trafen sich die Beteiligten nun erneut vor dem Wolfratshauser Amtsgericht.

Der Taxifahrer konnte im Sommer aufgrund eines Auslandsaufenthaltes nicht vor Gericht aussagen. Nun gab er an, dass er am 9. März in einer Taxi-Reihe auf Fahrgäste wartete. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass die Fahrgäste in das erste Fahrzeug steigen sollten. Dies tat der Angeklagte indes nicht und wollte in das Taxi seines späteren Kontrahenten steigen. Da die hinteren Seitentüren verschlossen waren, gelangte er über die Beifahrertür ins Taxi. Ob der Fahrer ihn nur verbal darauf hinwies, wieder auszusteigen, oder er mit körperlicher Kraft nachhalf, konnte auch in der zweiten Verhandlung nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Der Angeklagte räumte indes ein, dass es zu einer Auseinandersetzung kam und er auf dem Asphalt liegend auf seinen Kontrahenten einschlug. Während sich der junge Mann nur einige Kratzer an der Stirn zuzog, klagte der Taxifahrer über eine zerrissene Jacke und eine ramponierte Hose. Zudem erinnerte er sich an einen vermeintlichen Schlag auf die Nase, sodass diese zu bluten anfing.

Ein Zeuge, der den Vorfall beobachte und die Streitenden schließlich trennen konnte, erkannte jedoch keine blutende Nase. „Ich habe nur eine Rangelei gesehen und bin dazwischen gegangen“, erklärte der 19-Jährige. Der Angeklagte nahm kurz darauf ein anderes Taxi, konnte aber von der Polizei schnell festgenommen werden. „Er war kooperativ. Dennoch haben wir ihn erst einen Tag später in nüchternem Zustand verhört“, sagte eine Polizistin vor Gericht. Die Staatsanwältin sah die Tatbestände der vorsätzlichen Körperverletzung und der Sachbeschädigung als erwiesen an. Sie empfahl, den Angeklagten mit einem sechsmonatigen Alkoholverbot zu bestrafen. Zudem soll er drei Gespräche bei der Caritas-Suchtberatung wahrnehmen und eine Geldauflage von 600 Euro zahlen. Richterin Andrea Titz folgte dem und reduzierte lediglich die Geldauflage auf 500 Euro. „Von einer Notwehrsituation kann hier keine Rede sein“, befand die Richterin. ph

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