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21,5 Prozent fahren zu schnell

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An der Jeschkenstraße wird keine Ampel zur Querung des Zebrastreifens installiert. Das beschloss der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Stattdessen wird die Insel, durch die der Zebrastreifen läuft, optisch aufgewertet, so dass querende Bürger besser wahrgenommen werden. Anlass für die Debatte im Bauausschuss war eine von Anliegern initiierte Unterschriftenaktion. Diese resultierte aus einem Unfall: Ein Kind lief einem Ball hinterher und prallte in die Seite eines vorbeifahrenden Autos. Die Anlieger regten an, eine Drückampel zur Verbesserung der Querungsmöglichkeit an der Jesckenstraße im Waldbereich zu installieren.

„Dort ist es sehr gefährlich, weil zu schnell gefahren wird“, konstatierte Bürgermeisterin Cornelia Irmer. Aber „diesen Unfall hätte eine Ampel auch nicht verhindert“, sagte sie und weiter: „Man muss auf der Jeschkenstraße nicht Ballspielen.“ Zudem koste eine Drückampel 25.000 Euro, „und das ist nicht verhältnismäßig“, befand Bauamtsmitarbeiter Jan Klinger. Dennoch war man seitens der Verwaltung nicht untätig und ließ Anfang April eine „BlackBox“ an einem Lichtmasten montieren. Mittels der wurde der Verkehr und vor allem die gefahrene Geschwindigkeit gemessen. Klinger brachte dem Ausschuss das Ergebnis vor: „21,5 Prozent der Verkehrsteilnehmer fahren an diesem Abschnitt zu schnell.“ Sonach hielten sich 79,5 Prozent an die Vorschriften. Mit Blick auf die Wohnlage sagte Irmer: „Ohne den Anwohnern zu nahe zu treten – jeder weiß worauf er sich einlässt.“ Weil bereits an der Richard-Wagner-Straße eine Drückampel steht, verzichtete das Rathausgremium auf weitere Maßnahmen. Ewald Kailberth (CSU) regte an, das Parken an dem „Knick“ der Straße zu verbieten, um das Sichtfenster der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Diese Maßnahme stieß bei Bürgermeisterin Irmer infolge der Messergebnisse nicht auf Zuspruch, da der Verkehr so nicht mehr abgebremst wird und noch schneller gefahren wird. Norbert Junius (CSU) brachte es auf den Punkt: „Das Problem ist die Bepflanzung und die Schilder auf der Insel.“ Der Christsoziale regte an, die Insel übersichtlicher zu gestalten und zusätzlich ein wechselseitiges Parkverbot einzuführen, um den Verkehr zu bremsen – was prompt geschah: Bauhofmitarbeiter beseitigten mittlerweile den Bewuchs. Grünen-Sprecher Volker Witte hingegen dachte noch in eine andere Richtung: „Warum führen wir keine Tempo-30-Zone in diesem Teilbereich ein? Das würde Kosten sparen und den Abschnitt sicherer machen.“ Rathauschefin Irmer meldete Zweifel an: „Die Jeschkenstraße ist die Haupterschließungsstraße für das Gewerbegebiet. Wir leben von den dort angesiedelten Industriebetrieben und dürfen die Zufahrt zu deren Liegenschaften nicht erschweren.“ Nüchtern stellte sie fest: „Wir müssen akzeptieren, dass die Jeschkenstraße eine viel befahrene Straße ist.“ Abschließend nahm Irmer auch die Verkehrsteilnehmer in die Pflicht: „Wir müssen die Verkehrssituation so sicher wie möglich gestalten, aber auch die Eltern haben eine erzieherische Maßnahme für ihre Kinder.“ Zudem solle es verstärkt zu Geschwindigkeitskontrollen an dieser Stelle kommen. Irmer: „Irgendwann wird hier ein Blitzer stehen.“

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