Raser ausbremsen 

24-Stunden-Blitzmarathon: So sieht die Bilanz aus der Region aus

Eine Polizistin der Geretsrieder Polizeiinspektion
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Alles im Blick: Eine Polizistin der Geretsrieder Polizeiinspektion überwacht den Straßenverkehr hinter einer Laserpistole.
  • Viktoria Gray
    vonViktoria Gray
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Landkreis/Geretsried – Blitzmarathon: Bayernweit wurden an 2.100 möglichen Messstellen von Mittwoch- bis Donnerstag 24 Stunden lang Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

Eine der Messstellen befand sich an der B11 zwischen Königsdorf und Geretsried. Dort blitzte die Polizeiinspektion Geretsried, um zu schnell Fahrende abzubremsen.

Blitzmarathon in Geretsried

„95 Stundenkilometer“, ruft eine junge Polizistin hinter dem Geschwindigkeitsmessgerät hervor. Dann eilt eine in orange-gelber Weste gekleidete Kollegin an den Straßenrand und schwenkt ihre Kelle. Die Autofahrerin hat die erlaubten 70-Stundenkilometer überschritten: 25 Stundenkilometer war sie auf der Landstraße zu schnell unterwegs. Jetzt wird sie langsamer, als sie die Polizistin in Uniform sieht, und fährt schließlich rechts ran. „Die Fahrerin war freundlich und hatte, da sie selbst zu einem Termin musste total vergessen, dass hier 70 ist“, berichtet die junge Polizeibeamtin nachdem sie ihr den Bußgeldbescheid ausgestellt hat. „Wir bieten den Leuten auch an, nochmal einen Blick auf das Messgerät zu werfen“, sagt sie. In dem Fall aber, war kein Beweisblick von der Fahrerin mehr gewünscht.

Arbeit trägt Früchte

Generell läuft es an diesem Tag gut. Gegen Mittag verzeichnen die Polizeibeamten gerade einmal sieben Verstöße wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. „Es ist nicht nur heute so. Auch wenn wir an anderen Tagen lasern gibt es nur wenige Verstöße. Unsere Arbeit trägt also Früchte“, freut sich Jürgen Geigenfeind, von der Polizeiinspektion Geretsried. Seit Januar vergangenen Jahres ist er dort als Mitarbeiter für den Verkehr zuständig.

Strafen bis hin zum Führerscheinentzug

Ab fünfzehn Euro aufwärts staffeln sich die Bußgelder bei zu vielen Stundenkilometern auf dem Tacho – die Strafe reicht bis hin zum Führerscheinentzug. „Das Ziel ist ja, dass sich die Leute an die Regeln halten“, berichtet Geigenfeind. „Unsere Arbeit ist dann gut, wenn wir wenig zu tun haben.“ Es gehe um die Verkehrssicherheit und „um ein Umdenken bei den Autofahrern“.

Missbräuchliche Nutzung der Lichthupe

Den Gegenverkehr „aufblenden“ und somit über eine mögliche Geschwindigkeitskontrolle zu warnen, ist übrigens nicht legal. Im Fachjargon auch bekannt als „missbräuchliche Nutzung der Lichthupe“, zählt als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden. Geigenfeind weiß, dass das Autofahrer oft machen würden: „Das bringt nichts, wenn danach wieder Gas gegeben wird.“

Gebühren sollen steigen

Die Gebühren, die sich derzeit im Bußgeldkatalog staffeln sollen sich „heuer noch erhöhen“, nimmt der Polizist an – und das nicht unerheblich. Aktuell gelte noch die Faustregel: Ab 31 Stundenkilometern innerorts zu schnell sowie bei 41 Stundenkilometern außerorts gilt ein Fahrverbot.

„Mit 129 auf der 70er Zone“

Der Verkehrssachbearbeiter für den Tölzer Landkreis Lars Werner von der Polizeiinspektion Bad Tölz berichtet, dass es zwar insgesamt wenige Verstöße im Landkreis gegeben hat, „die absoluten Zahlen aber doch beachtlich sind.“ Spitzenreiter war eine Messung in Bad Heilbrunn. „Mit 81 Stundenkilometern innerorts wurde jemand geblitzt“, erklärt er. An zwölf Messstellen haben die Landkreis-Dienststellen ihre Lager aufgebaut. Im Dienstbereich Tölz konnten zwölf Verstöße, im Bereich Geretsried elf und in Wolfratshausen keine festgestellt werden. Es gab noch einen Spitzenreiter, berichtet Werner weiter. „Auf der B472 Richtung Blomberg blitzte eine Semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage einen österreichischen Kleintransporter mit 129 Stundenkilometern.“ Wohlgemerkt in einer 70er-Zone.

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