Jeder Handgriff muss sitzen

24-Stunden-Übung des BRK: Großeinsatz am Wolfratshauser Bahnhof

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Ein Pkw wird von einem Zug gerammt – dieses Szenario bot sich sonntagnachts den Teilnehmern einer 24-Stunden-Übung.

Wolfratshausen – Den Wolfratshauser Nachtschwärmern, die am frühen Sonntagmorgen nach Hause gingen, stand zunächst der Schrecken ins Gesicht geschrieben, als sie am Bahnübergang an der Sauerlacher Straße einen Schrott-Pkw vor einer S-Bahn stehen sahen – dazu jede Menge Blaulicht. Erst auf den zweiten Blick erkannten sie: Hier handelt es sich um eine Übung – die allerdings nah dran war an einem reellen Einsatzgeschehen.

Das sah gegen 2 Uhr noch ganz anders aus. Helfer von BRK und der Feuerwehren aus Wolfratshausen und Weidach bauten für die Großschadenslage auf: Die Sauerlacher Straße wurde abgesperrt, der Unfallwagen auf die Schienen geschoben, eine S-Bahn fuhr – im Schneckentempo – an das havarierte Fahrzeug auf. Erst dann konnten geschminkte Statisten in dem Fahrzeug sowie in dem Zug Platz nehmen. Damit war zunächst auch alles vorbereitet. Denn den Rest der Übung mussten dann die Einsatzkräfte abwickeln und hier vor allem auch die Rettungskräfte, die an der 24-Stunden-Übung des BRK-Kreisverbands teilgenommen haben. „Unsere Einsatzkräfte wissen nur, dass ein Einsatz kommt, mehr nicht.“ Und so galt es beim Eintreffen der ersten Fahrzeuge erst einmal die Lage zu sondieren.

24-Stunden-Übung des BRK: Großeinsatz am Bahnhof

24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington
24-Stunden-Übung des BRK: Feuerwehr und Rettungsdienst üben für den Ernstfall an einem S-Bahn-Übergang. Das gestellte Szenario: eine S-Bahn hat einen Pkw gerammt. © Kapfer-Arrington

„Die Besatzung des ersten Einsatzfahrzeugs verschafft sich erst einmal einen Überblick auf die Lage und legt die logistische Herangehensweise fest, etwa, wo nachfolgende Kräfte Patientenablagen aufbauen“, erklärte am Ort der Übung BRK-Kreisbereitschaftsleiter Jörg Kastner. Die Kräfte des zweiten Wagens sichten dann die Patienten und ordnen sie nach Schwere der Verletzungen. Erst den weiteren Kräften obliegt dann die eigentliche Patientenversorgung. „Anders lassen sich solche Großschadensereignisse nicht bewältigen“, so Kastner, der einräumt, dass diese Aufgabe für die „Ersteintreffenden“ ganz besonders schwierig ist. „Denn unser Naturell ist es ja, zu helfen.“ Das übernahm dann – genau instruiert – eine geballte Schar an schnell nachrückenden Helfern.

Das Szenario, das sich den Einsatzkräften bot, war durchaus realistisch. Das weiß-blass geschminkte, im Pkw eingeklemmte Unfallopfer etwa. oder die an die Scheiben der S-Bahn klopfenden und um Hilfe rufenden Fahrgäste im Inneren der S-Bahn. Die Opfer-Darsteller nahmen ihre Rollen ernst und spornten so die Einsatzkräfte nochmal mehr an, einen möglichst geordneten Einsatz abzuliefern.

Dafür sorgten freilich auch die jeweiligen Einsatzleiter von BRK, Feuerwehr und Polizei. „Das nahtlose und möglichst geräuschfreie Miteinander ist es, worauf es bei solchen Lagen ankommt“, beschrieb BRK-Bereitschaftsleitner Jörg Kastner den Einsatz. Und die Betreuung der Patienten im Unfallfahrzeug lief so schon an, bevor die Feuerwehr mit dem schweren, hydraulischen Rettungssatz das Fahrzeug so weit öffnen konnte, dass die drei Insassen gerettet werden konnten. Im Eiltempo wurde unweit davon eine Patientenablage aufgebaut, wurden Rettungs- und Schleifkorbtragen angeliefert und eintreffende Rettungskräfte instruiert, um sodann mit der Evakuierung der S-Bahn zu beginnen. Den Beobachtern bot sich dabei durchaus eine imposante Materialschlacht – und hoch konzentriert arbeitenden Ehrenamtlern. Die waren bei der Großübung ordentlich gefordert. Denn schon nachmittags wurde ein schwerer Verkehrsunfall, später noch eine außer Kontrolle geratene Drogenparty durchgespielt. Und sogar einen Amok-Einsatz galt es noch zu bewältigen. Bereitschaftsleiter Kastner zog ein positives Fazit: „Alles hat gut geklappt – es war sehr lehrreich“, sagte er über die 24-Stunden-Übung, die in diesem Rahmen zum ersten Mal für die BRK-Bereitschaften Wolfratshausen, Geretsried, Dietramszell, Bad Tölz, Loisachtal und die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung inszeniert wurde. tka

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