Einbruch im Tourismus

39 Prozent weniger Gäste im Landkreis: Gewerkschaft fordert Öffnungsperspektiven

Warten auf Gäste: Restaurants, Biergärten und Hotels sind seit Monaten im Lockdown. Die Gewerkschaft NGG fordert von der Politik eine Öffnungsstrategie für die Branche.
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Warten auf Gäste: Restaurants, Biergärten und Hotels sind seit Monaten im Lockdown. Die Gewerkschaft NGG fordert von der Politik eine Öffnungsstrategie für die Branche.

Landkreis – Corona sorgt für Einbruch im heimischen Tourismus: Den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben im vergangenen Jahr nur noch rund 256.000 Gäste besucht – ein Minus von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Übernachtungen sank um 29 Prozent auf 880.000. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts.

„Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, so Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Am heutigen Mittwoch verhandeln Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wieder wie es mit dem Lock­dwon weiter gehen soll.

Hotels, Pensionen, Biergärten und Restaurants sind schon seit Anfang November geschlossen. Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit“, betont Schneider. Auch für die Zulieferfirmen müsse es Planbarkeit geben. „Von der Apfelschorle im Restaurant über den Eimer Mayonnaise in der Hotelküche bis hin zur Torte im Café“ – etliche Betriebe seien eng mit dem Gastgewerbe verwoben.

Entscheidend für Öffnungen seien dabei einheitliche Auflagen und Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden. „Die Beschäftigen haben bereits im letzten Sommer gezeigt, dass sie geeignete Hygienekonzepte optimal umsetzen können, um sich zu schützen und den Gästen ein sicheres Restauranterlebnis zu ermöglichen“, so die NGG. Die Firmen müssten auch das Personal schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenlose FFP2-Masken für Beschäftigte.

Die Gewerkschaft sieht die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. „Wer das Gastgewerbe über viele Monate schließt, muss auch die Folgen für die Arbeitnehmer bedenken. Wir brauchen dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1.200 Euro im Monat“, so Schneider. Ohne eine Aufstockung kämen die Menschen damit aber nicht länger über die Runden. dwe

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