Unterdrückung Bekämpfen

40.000 Bäckertüten mit Botschaft sollen häuslicher Gewalt vorbeugen

Karin Weiß, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshauen und Landrat Josef Niedermaier werben für die Bäckertütenaktion.
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Karin Weiß, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshauen und Landrat Josef Niedermaier werben für die Bäckertütenaktion.

Landkreis – Anschreien, Schläge, Schuldzuweisung – Gewalt in vielen Familien ist trauriger Alltag. Jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer von häuslicher Gewalt.

Aber auch Männer erleiden Partnerschaftsgewalt, wenn auch nicht in diesem erheblichen Ausmaß. Aber es gibt Hilfe (siehe Foto) Landrat Josef Niedermaier, das Netzwerk „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Karin Weiß, wollen darauf aufmerksam machen . Anlass ist der Internationale Tag gegen Gewalt am heutigen Mittwoch, 25. November.

Die Initiatoren der Aktion haben in den vergangenen Tagen im Landkreis über 40.000 Bäckertüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ verteilt. Die Aktion wirbt für Gewaltlosigkeit, soll für das Thema sensibilisieren, den Betroffenen Mut machen und die Gesellschaft auffordern genau hinzuschauen und wenn nötig, zu helfen.

„Die Aktion wird im Landkreis von über 20 Bäckereien mit Filialen und der Bäcker-Innung unterstützt, indem sie die Aktionstüten verwenden und damit helfen, das Thema sichtbar zu machen“, betont Weiß. „Sie stärken damit Betroffene und helfen Betroffene, sich ein Herz zu fassen und Hilfe zu holen.“ Praktisch: Auf den Tüten stehen die Adressen von Notrufnummern von Anlaufstellen bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Die Gleichstellungsbeauftragte beschreibt die Problematik: Gewalt äußere sich nicht nur in sexuellen Übergriffen oder Schlägen aus. „Auch regelmäßige Beleidigungen, Beschimpfungen und Demütigungen können der Beginn einer Spirale der Gewalt sein.“ Dazu kämen verschiedene Formen der Kontrolle: Die Täter nähmen beispielsweise den Frauen das Handy, die Bankkarte oder Geld weg oder würden soziale Kontakte überwachen und verbieten. „Auch die Verbreitung falscher und rufschädigender Geschichten in der Nachbarschaft, bei Kollegen und im Freundeskreis oder über die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter.“ So würden Opfer isoliert und seien völlig ausgeliefert.

Auch das Miterleben häuslicher Gewalt berge für Kinder und Jugendliche die Gefahr nachhaltiger Schäden. Weiß appelliert an die Betroffenen: „Lassen Sie sich möglichst frühzeitig beraten und scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu holen.“ dwe

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