Randale im Naturschutzgebiet

Polizei stoppt Feier an der Isar bei Wolfratshausen: 43-Jähriger will Stein auf Beamte schleudern

Leute machen ein Feuer an der Isar in Wolfratshausen
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Feuer im Natur­schutz­ge­biet kann gemäß dem Bußgeldkatalog mit einer Strafe in Höhe von bis zu 2.500 Euro geahndet werden. (Symbolbild)
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Wolfratshausen – Am Ostersonntag lagerten vier angetrunkene Personen auf einer Kiesbank mitten im Naturschutzgebiet an der Isar bei Wolfratshausen. Als die Polizei anrückte, wurde sie von einem der Männer beleidigt und bedroht.

Es sei einem aufmerksamen Passanten zu verdanken, dass die kleine Feier mit Lagerfeuer inmitten des Naturschutzgebietes durch die Polizei schnell beendet wurde, berichtet der Leiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen, Andreas Czerweny.

Am Sonntagnachmittag (4. April) grillten dort verbotenerweise drei Männer und eine Frau. Doch damit nicht genug: Als der vorbeispazierende Bürger beobachtete, wie die vier auch noch ihren Müll in die Natur warfen, sprach er sie darauf an. Doch es half nichts: Die in Feierlaune am Feuer Sitzenden wurden laut Polizei aggressiv, sodass der Mitteiler sogar flüchten musste, erklärt Czerweny weiter.

Gegen 14.45 Uhr trafen dann zwei Polizeibeamte am Isar-Lagerplatz auf Höhe der Wolfratshauser Dreifachturnhalle ein. Doch auch ihnen gegenüber zeigten sich die Feiernden abgeneigt. Der 43-jährige Rädelsführer der Gruppe beleidigte die Beamten sogar, als diese die Personalien aufnehmen wollten.

Doch es kam noch schlimmer: Der angetrunkene Mann aus dem Nordlandkreis packte einen mehr als faust­großen Stein und wollte ihn auf die beiden Polizisten schleudern. „Er hat es mehrfach probiert“, schildert Czerweny die Situation. Doch dessen 35-jährige Ehefrau sowie ein 36-jähriger Münchner konnten ihn davon abhalten.

Dann ergriffen der 43-Jährige sowie ein weiterer Mann aus der Runde die Flucht. Doch weit kam der vermeintliche Steinwerfer nicht. Bei der Grundschule Waldram schnappte ihn die herbeigerufene Verstärkung. „Der Mann wehrte sich massiv gegen die Festnahme. Die Beamten mussten letztlich Pfefferspray und Schlagstock einsetzen“, teilt die Polizei mit.

Den 43-Jährigen, der zur Ausnüchterung in die Polizeiinspektion Wolfratshausen gebracht wurde, erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Gegen den 36-jährigen Münchner wurde Strafanzeige wegen Beleidigung erstellt. Zudem wird wegen Verstößen nach dem bayerischen Naturschutzgesetz ermittelt.

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