Betrunkene tritt nach Polizisten

51-jährige Wolfratshauserin landet in Ausnüchterungszelle

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In der Ausnüchterungszelle landete eine 51-jährige Wolfratshauserin – sie hatte sich zuvor rabiat gegen Einsatzkräfte von Polizei und BRK gewehrt.

Wolfratshausen – Sieben Mal wurde in den zurückliegenden eineinhalb Jahren wegen Gewaltdelikten gegen eine 51-Jährige Wolfratshauserin ermittelt. Nun kam nochmals ein bisschen was hinzu: Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – und das alles nur, weil Polizei und Rettungskräfte der Frau helfen wollten.

Was war geschehen? In einer Wohnung an der Sauerlacher Straße wurde am frühen Donnerstagabend der Notruf gewählt. Eine 51-jährige Wolfratshauserin zog sich eine Kopfplatzwunde zu, weigerte sich allerdings, als der Rettungsdienst eintraf, sich verarzten zu lassen. Um 19.30 Uhr wurde die Einsatzzentrale zum zweiten Mal verständigt. Der Grund: die 51-Jährige war auf ihren Lebensgefährten, einen 42-jährigen Wolfratshauser, losgegangen und schlug auf ihn ein, woraufhin dieser sich zu den Nachbarn flüchtete. Die 51-Jährige verfolgte ihn jedoch und geriet in der Wohnung der Nachbarn derart in Rage, dass sie auch noch die Nachbarin (59) ohrfeigte.

Rettungsdienst und Polizei rückten erneut an und gaben ihr Bestes. Die 51-Jährige ließ sich aber nicht beruhigen. Immer wieder wollte sie auf ihren Lebensgefährten und die Nachbarin losgehen. Als die 51-Jährige schließlich von den Polizeibeamten aus der Wohnung geführt wurde, sperrte sie sich mit Leibeskräften dagegen.

Doch dabei blieb es nicht. Mit ihren Füßen trat sie vehement nach den Polizisten. Dabei traf sie eine 21-jährige Beamtin an Schienbein und Oberkörper. Ihr 25-jähriger Streifenpartner bekam einen Tritt an den Oberschenkel ab.

In der Ausnüchterungszelle der Polizei Wolfratshausen schließlich erfolgte nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München II eine Blutentnahme durch einen Arzt. Dieser stellte fest, dass die 51-Jährige in ihrem Zustand nicht haftfähig war. Sie wurde daher ins Krankenhaus gebracht und ihre Kopfplatzwunde mit mehreren Stichen genäht, sodass einem weiteren Aufenthalt in der Ausnüchterungszelle nichts im Wege stand. „Der Transport zum Krankenhaus verlief allerdings auch alles andere als problemlos“, so Polizeihauptkommissar Steffen Frühauf. Die Wolfratshauserin wollte die Polizisten bespucken, sodass ihr schließlich eine Art Mundschutz verpasst wurde.

Freitagfrüh hatte die 51-Jährige schließlich ihren Rausch ausgeschlafen und sich beruhigt. Sie konnte daher auch gegen 5.30 Uhr entlassen werden. Die 51-Jährige, die Polizei, Rettungsdienst und Ärzte für mehrere Stunden auf Trab hielt, hat sich nun wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu verantworten. Die Frau ist bei der Wolfratshauser Polizei eine „alte Bekannte“. In den letzten anderthalb Jahren wurde allein sieben Mal wegen Gewaltdelikten gegen sie ermittelt. tka

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