Erst Schläge, dann Heiratsantrag

55-Jähriger verletzt Lebensgefährtin und muss 1.800 Euro Strafe zahlen

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Angeklagt: 55-jähriger Geretsrieder tritt Lebensgefährtin (Symbolfoto).

Geretsried – Wegen Körperverletzung, Bedrohung und unerlaubtem Waffenbesitz musste sich ein arbeitsloser Mann vor dem Amtsgericht verantworten. Er hatte am 26. Februar 2020 zunächst eine Plastikflasche auf seine Lebensgefährtin geworfen, dann nach ihr getreten und sie zudem mit einem Baseballschläger bedroht. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung stieß die Polizei zudem auf ein Würgeholz und zwei Schusswaffen.

„Da ist leider alles eskaliert“, entschuldigte sich der Angeklagte. Im Herbst 2019 hatte er aufgrund einer Herzverengung und mehreren Operationen die Kündigung von seinem Arbeitgeber erhalten. Daraufhin suchte der 55-Jährige mit seiner Lebensgefährtin nach einer gemeinsamen Wohnung. „Wir bekamen zunächst nur Absagen, dann hat es zum Glück doch noch geklappt“, berichtete die 46-jährige Frau. Beim Packen der Umzugskartons geriet das Paar am 26. Februar 2020 aber heftig aneinander. „Er hat mich mit dem Baseballschläger bedroht und trat mit dem Fuß nach mir“, erklärte die Frau. Sie rief die Polizei, die bei ihrem Hausbesuch auf einen stark alkoholisierten Mann und drei nicht angemeldete Waffen stieß. „Die beiden Schusswaffen waren sogar geladen, das Würgeholz hing an der Wand“, sagte ein Polizist aus. Er erinnerte daran, dass es vor zwei Jahren einen ähnlichen Vorfall mit dem Paar gab. Damals hielt der Angeklagte seiner Freundin einen Dolch an den Hals und drohte damit, ihr die Zunge rauszuschneiden.

Nach dem Gewaltausbruch im Februar 2020 hat sich das Paar jedoch schnell wieder versöhnt. „Wir leben jetzt zusammen. Das klappt super!“, sagte die Frau. Sie betonte ausdrücklich, dass sie kein Interesse an einer Strafverfolgung habe. Die Staatsanwältin forderte dennoch eine Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen zu je 20 Euro – insgesamt 3.000 Euro. Richter Helmut Berger reduzierte die Tagessatzanzahl auf 90, sodass der Mann nun 1.800 Euro zahlen muss. „Versprechen Sie mir, dass Sie die Frau künftig in Ruhe lassen?“, wollte Berger abschließend wissen. Daraufhin kündigte der Verurteilte an, dass er seine Lebensgefährtin bald heiraten werde. „Nein, in Ruhe lassen werde ich sie bestimmt nicht“, erklärte er mit einem Augenzwinkern.ph

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